Kino-Tipp

Ein Regisseur entdeckt seine Großmutter

Eine Filmszene aus Torrescanos "Mamacita". 

Eine Filmszene aus Torrescanos "Mamacita". 

Foto: Verleih RealFiction

Hamburg.  José Pablo Estrada Torrescano ist ein mexikanischer Regisseur, der in Düsseldorf lebt. Er kam nach Deutschland, um hier Filmwissenschaft zu studieren. Bevor er ging, musste er jedoch seiner Großmutter versprechen, zurückzukehren und einen Film über sie zu machen. Dieses Versprechen löst er mit dem Dokumentarfilm „Mamacita“ ein, der Titel ist der mexikanische Kosename für Großmutter.

Für den Filmemacher wird dieser Film zu einer Entdeckungsreise, denn er ist nach dem Tod seiner Mutter – sie starb, als er 13 Jahre alt war – weit von seiner Oma entfernt aufgewachsen. Nun entdeckt er seine betagte Vorfahrin, sie ist mittlerweile 95 Jahre alt, noch einmal neu.

Die ist eine extravagante Frau und ehemalige Schönheitskönigin. Ihr Haus hat sie in eine Art Burg verwandelt. Dort residiert sie, umgeben von Gärtner, Chauffeur, Hausmeister und Krankenpflegerinnen. Sie hat sich konsequent selbst vermarktet. So gelang es ihr, ein Beauty-Imperium aufzubauen. Auch ihre acht Kinder verdonnerte sie dazu, ihr Leben ganz in den Dienst dieser Firma zu stellen. Natürlich ist sie begeistert, als sie von den Filmplänen ihres Enkels erfährt. Dem kommt ihr Reich eher vor wie ein trojanisches Pferd. Er entdeckt die Wunden hinter der schmucken Fassade seiner Eliteklasse-Familie, die schon seit Generationen ein emotionales Defizit mit sich herumschleppt und diesen Missstand übertüncht.

Vor den Dreharbeiten schrieb der Regisseur: „Diese Selfmadefrau ist der Pfeiler meiner mütterlichen Familie. Mit ihrem baldigen Tod werden auch viele Geschichten über die Vergangenheit meiner Familie verschwinden. Mit dem Film kann ich mehr über meine Großmutter erfahren und verstehen, wie ihr Kampf und Erfolg sie so stark gemacht hat. Vielleicht kann ich ihr auch helfen, ich weiß es nicht.“ Um 19 Uhr stellt er seinen Film (OmU) im 3001 vor.

Wer lieber Unterhaltung aus deutschen Landen mag, kann um 16 Uhr im Abaton den Jugendkrimi „TKKG“ sehen. Vier Stunden später beginnt dort Jim Jarmuschs Zombie-Komödie „The Dead Don’t Die“.

Das Metropolis zeigt aus Anlass der Französischen Filmtage um 17 Uhr „Love Blooms“ (OmeU) und um 21.15 Uhr „Der Dieb von Monte Carlo“ mit Nick Nolte in der Hauptrolle.

Das Zeise zeigt um 17 und 19.30 Uhr die charmante schwedische Komödie „Britt-Marie war hier“ (OmU) und bittet um 22.30 Uhr zur Sneak Preview (OmU). Der Filmtitel bleibt bis zum Beginn natürlich geheim.