Film-Tipp

Frankreichs Filmkunst im Metropolis

Kino: MEIN LEBEN MIT AMANDA

Kino: MEIN LEBEN MIT AMANDA

Foto: Nord Quest Films

Kino. Freunde des französischen Kinos kommen in Hamburg in jedem Sommer zwei Wochen lang auf ihre Kosten. In diesem Jahr vom 13. bis 30. Juni: Im Rahmen der 12. Französischen Filmtage gibt es im Metropolis gleich elf aktuelle französische Produktionen zu entdecken, die bisher nur in Frankreich oder auf internationalen Filmfestivals zu sehen waren.

„In diesem Jahr liegt der Fokus eher auf dem Privaten statt dem Politischen“, sagt Manja Malz von der Kinemathek Hamburg, die für die Programmauswahl verantwortlich ist. Dreh- und Angelpunkt sind dabei zwischenmenschliche Beziehungen – von familiär bis freundschaftlich. „Vielleicht braucht es den Zusammenhalt im kleinen Kreis, um in der heutigen Gesellschaft zu funktionieren“, mutmaßt Malz. Das beste Beispiel dafür liefert der Eröffnungsfilm „Mein Leben mit Amanda“ (13.6., 19.30), in dem das ruhige Leben des 24-jährigen David durch einen Schicksalsschlag von einem Tag auf den anderen aus den Fugen gerät und er eine Entscheidung treffen muss, die ihn und seine siebenjährige Nichte Amanda vor große Herausforderungen stellt. Mit Vincent Lacoste brilliert einer der Shootingstars des jungen französischen Kinos in der Rolle des David.

Oscarpreisträgerin Juliette Binoche ist eine der tragenden Figuren in Olivier Assayas’ „Zwischen den Zeilen“ (27.6., 15.00; 28.6., 19.30; 30.6., 21.15). Intellektuelle aus dem Literaturbetrieb diskutieren hier über den digitalen und kulturellen Wandel, während die Auswirkungen des unter der Oberfläche liegenden Beziehungsgeflechts der Protagonisten mehr und mehr Raum einnehmen.

Mit „Cowboy Camembert“ (21.6., 17.00; 30.6., 19.00) haben die Regisseure Cédric Tanguy und Nicolas Bellenchombre ein komödiantisches Roadmovie mit tragischem Unterton geschaffen. Auf einer Reise quer durch die kanadische Provinz nehmen Mutter und Tochter Abschied vom Vater und Ehemann und treffen dabei auf einen amerikanischen Schauspieler indianischer Herkunft. Fortan bilden sie ein ungleiches Trio, das sich mit dem Tod und der Kunst von Caspar David Friedrich beschäftigt.

Auch Dokumentarfilme und Thriller finden sich im Programm. In diesem Jahr wird es zudem erstmalig die Sneak Preview eines Films geben (27.6., 21.45), der erst später in die Kinos kommt.

12. Französische Filmtage 13. bis 30.6. im Metropolis (U Stephansplatz), Kleine Theater-straße 10, Karten zu 7,50/5,- (erm.) unter E-Mail: reservierung@metropoliskino.de oder Telefon 34 23 53; www.metropolis-kino.de