Festival-Tipp

"Rausch und Zorn" auf Kampnagel

XCHANGES Festival auf Kampnagel Die Apokalypse nach Lilith

XCHANGES Festival auf Kampnagel Die Apokalypse nach Lilith

Foto: Foto: Alex Wunsch

„XCanges“ bedeutet „Austausch“. Um einen zwischen Künstlern aus verschiedenen Ländern geht es in dem dreitägigen Festival gleichen Namens vom 16. bis 18. Mai auf Kampnagel. Wenn Künstler mit unterschiedlichen Perspektiven sich für gemeinsame Arbeiten zusammentun, kann das für die Zuschauer nur von Gewinn sein.

Vielversprechende und sehr politische gemeinsame Arbeiten sind so entstanden. Die Themen reichen von den Folgen von Kriegen über auf halbem Weg gestrandeten Revolutionen bis hin zum Erstarken autoritärer Systeme.

Der Auftakt mit den Hamburger Performance-Pionieren Showcase Beat Le Mot, die sich gemeinsam mit der Monika Werkstatt um die Berliner Musikerin Gudrun Gut in „Dead Season“ (16.5., 18.30 Uhr) an ein Livekonzerterlebnis wagen, ist schon so gut wie ausverkauft. Einen exzellenten Ruf in der Theaterszene genießt das Theater Rampe aus Stuttgart. Für die Performance „Who Run The World“ (16.5., 20. Uhr), die mit Maria Magdalena und Lilith zwei eher rebellische Vertreterinnen des Bibeltextes aufgreift, hat es sich mit dem Teatru Spalatorie aus Moldawien zusammengetan. Gemeinsam befragen die Theatermacherinnen den Text nach dem Stand der Frauenbewegung in West- und Osteuropa.

Das Hamburger Radiokollektiv Ligna wiederum hat in dem Informbureau den adäquaten Partner gefunden, um sich in „Rausch und Zorn“ (17.5., 18 Uhr, 18.5., 19.30 Uhr) mit autoritären Strukturen im Kontext von Macht zu befassen. Die Teilnehmer werden per Audiotour selbst zu Akteuren, denen sich Fragen zum Reiz autoritärer Herrscher in Krisen stellen.

Gleich zwei deutsch-ägyptische Theaterarbeiten sind zu sehen

Das Kollektiv andcompany&Co. ist zur Recherche nach Sofia gereist. Dort stieß es auf eine kaum bekannte Historie. 1968 haben Jugendliche aus aller Welt bei den IX. Weltfestspielen der Jugend ein Hippie-Happening erlebt. „Invisible Republic – Summer in Sofia 1968“ (17.5., 18 und 20.30 Uhr), das andcompany&Co. gemeinsam mit der Momo Theatre Company entwickelte, lässt den Geist jener Zeit in einer Lecture wieder aufleben. Das erste von zwei deutsch-ägyptischen Projekten ist in „Music For Unstageable Theater“ (17.5., 19 Uhr 18.5., 21 Uhr) entstanden.

Der Berliner Alexander Paulick-Thiel hat mit dem Ägypter Adel Abdel Wahab einen Dialog aus Text, Musik und Tanz rund um den freien Willen kreiert. Ebenfalls nach Ägypten, nämlich zu Ahmed Elalfy, zog es die Theaterwerkstatt Hannover. In „For Heaven’s Sake, Icarus!“ (18.5., 15 Uhr) nehmen sich die Performer in einem Spiel von Nähe und Distanz das Verhältnis von Vater Dädalus zu seinem freiheitsliebenden Sohn Ikarus vor.

Getrennt und doch vereint: „Divided Together“ (17./18.5., je 21.30 Uhr) ist das Motto einer Performance, die zwischen Bielefeld und Dnipro (Ukraine) entstand. Und natürlich geht es darin um den dortigen Konflikt, um das komplizierte Verhältnis von Ukrainern und Separatisten.

XCanges vom 16. bis 18. Mai auf Kampnagel