Konzert-Tipp

Tedeschi Trucks: Zwei Top-Bands in Liebe vereint

Derek Trucks und Susan Tedeschi mit ihrer Band. Kofi Burbridge (2. v. l.) ist am 15. Februar gestorben.

Derek Trucks und Susan Tedeschi mit ihrer Band. Kofi Burbridge (2. v. l.) ist am 15. Februar gestorben.

Foto: Shervin Lainez

Wenn man sich die Set-Listen der Tedeschi Trucks Band ansieht, tauchen zuweilen Nummern wie der „Statesboro Blues“ oder „Whipping Post“ auf. Blues-Experten wissen, dass beide Stücke zum Repertoire der Allman Brothers Band gehörten, jener überragenden amerikanischen Band um den früh verstorbenen Gitarristen Duane Allman, seinen Bruder Gregg und den Gitarristen Dickey Betts. Einer der beiden Schlagzeuger des Sextetts war Butch Trucks.

Hier schließt sich der Kreis, denn Butch ist auch der Onkel von Derek Trucks. Der 39-Jährige ist inzwischen in die Fußstapfen der Allman Brothers getreten. Duane Allman ist für ihn ein wichtiger Einfluss, und ab und an erweist er ihm und dem 2017 gestorbenen Onkel seine Reverenz, wenn er Stücke aus dem Repertoire der Allman Brothers covert. 1999 war Derek Trucks, damals ein 20 Jahre alter Jungspund, sogar für kurze Zeit Mitglied bei der legendären Combo aus Georgia und spielte dort gemeinsam mit seinem Onkel.

Derek Trucks, in Jacksonville/Florida geboren, gilt seit einigen Jahren als einer der virtuosesten Rock- und Blues-Gitarristen Nordamerikas. Er durfte sich geadelt fühlen, als Eric Clapton ihn vor ein paar Jahren zusammen mit Doyle Bramhall II in seine Tourband holte, mit der er auch zweimal in Hamburg gastierte. Zu dritt lieferten sich diese drei Könner fantastische Duelle auf der Gitarre. Anders als Clapton und Bramhall zählt Trucks auch zu den stärksten Slide-Gitarristen der Szene.

Mit zwölf Jahren gründete Derek Trucks seine erste Band


Angefangen Gitarre zu spielen hat der Musiker mit den langen blonden Haaren im Alter von neun Jahren, mit zwölf Jahren gründete er seine erste Band. Nach seinem Open-Air-Konzert 2016 im Stadtpark kommt er jetzt mit der Tedeschi Trucks Band ins Mehr! Theater. Die zwölfköpfige Formation hat er 2010 zusammen mit seiner Ehefrau, der Sängerin und Gitarristin Susan Tedeschi, gegründet. Beide waren damals schon seit einigen Jahren verheiratet und jeweils mit ihren eigenen Gruppen unterwegs. Weil es schwierig war, die Tournee-Termine in Einklang zu bringen, beschlossen sie, ihre Bands zusammenzulegen. Eine gute Entscheidung, denn Susan Tedeschi verfügt über eine weitaus stärkere Stimme als Mike Mattison, der in Trucks’ Band hinter dem Mikro stand. Gleich die erste gemeinsame Veröffentlichung „Revelator“ wurde 2012 mit dem Grammy als bestes Blues-Album ausgezeichnet.

In diesem Jahr ist mit „Signs“ das vierte Album dieser American-Roots-Truppe erschienen. Alle Songs sind von Trucks und Tedeschi und einigen ihrer Bandkollegen geschrieben worden. Auch Keyboarder und Flötist Kofi Burbridge ist noch als Musiker und Songschreiber dabei. Er starb leider am Veröffentlichungstag von „Signs“ mit 57 Jahren nach schwerer Krankheit.

Während auf „Signs“ alle Songs Originale der Tedeschi Trucks Band sind, spielt das Ensemble bei seinen Konzerten auch eine Reihe von Coverversionen aus verschiedenen Genres: Den Pop-Klassiker „The Letter“ von den Box Tops haben sie genauso im Programm wie „Somebody Pick Up My Pieces“ von Willie Nelson. Das Besondere dieser vorzüglichen Band aber sind die Soli von Derek Trucks und die tolle Stimme von Susan Tedeschi.

Tedeschi Trucks Band Mo 15.4., 20.00, Mehr! Theater am Großmarkt (Bus 3), Banksstraße 28, Karten ab 49,80 im Vorverkauf; www.tedeschitrucksband.com