Kabarett-Tipp

Festival der Harmonien in der Wendeltreppe

Spielen Liebes- und Klezmer-Lieder: Anna Vishnevska, Stefan Goreiski, Taly Almagor und Maike Spieker (v.l.) bilden das Quartett A Mekhaye.

Spielen Liebes- und Klezmer-Lieder: Anna Vishnevska, Stefan Goreiski, Taly Almagor und Maike Spieker (v.l.) bilden das Quartett A Mekhaye.

Foto: HA

Die Wendeltreppe ist reich an Geschichte(n). Als ältestes literarisches Kabarett Deutschlands steht es sogar im „Guinness Buch der Rekorde“, ist längst eine Institution hanseatischen Humors. Wer ist hier nicht schon alles aufgetreten in fast 73 Jahren: Nach den Gründervätern Dirks (sic!) Paulun, Carl Bay und Hans Harbeck 1946 etwa Komiker Heinz Erhardt, die Kabarettisten Werner Finck, Hans Scheibner bis zu Jutta Wübbe alias Marlene Jaschke, Sängerin Lale Andersen, Liedermacher Knut Kiesewetter oder Blues-Bruder Abi Wallenstein – es waren Hunderte von Künstlern an ganz verschiedenen Orten.

Denn Die Wendeltreppe hat innerhalb Hamburgs einige Umzüge hinter sich. Vom alten Konservatorium in Klein Flottbek – in einem Raum, in den man nur über eine Wendeltreppe gelangte (daher der Name) – etwa zum Winterhuder Fährhaus, in den Musikkeller Remter an der Neuen Rabenstraße, zu Bubes Weinstuben am Großneumarkt bis ins Rathaus. Im Grundsteinkeller mit dem Restaurant Parlament gastiert Die Wendeltreppe heute wie schon seit Jahren an ein bis zwei Montagen im Monat.

Diesmal verspricht der Abend besonders musikalisch und abwechslungsreich zu werden: Unter dem Motto „Festival der Harmonien“ spielen gleich drei Gruppen. Der bekannteste und markanteste der elf Musiker ist Reiner Regel, hat er mit Saxofon und Klarinette Hamburgs Jazz- und Blues-Szene doch bei Konzerten mit Peter „Banjo“ Meyer, „Addi“ Münsters Old Merry Tale Jazz Band, Kiesewetter, Gottfried Böttger und Bill Ramsey geprägt. Heute spielt Regel Jazz-Standards im Jazz & Fun Trio.

Die Gruppe A Mekhaye hat sich jiddischen Liedern zum Thema Liebe und Klezmer verschrieben.. Sie hatte sich zur 100-Jahr-Feier der Talmud-Tora-Schule im Grindelviertel 2011 als Trio gegründet, trifft heute aber meist zu viert auf. Ebenso Wohlklang, die als Kapelle schon zehn Jahre länger existiert. Mit Liedern und Chansons wie „Ausgerechnet Bananen“ oder „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans“ reist das Quartett in die 20er- und frühen 30er-Jahre.

Für die Moderation und die Zwischentexte sorgen Marion Muschter und Christa Heise-Batt. Die beiden Damen leiten Die Wendeltreppe seit fast drei Jahrzehnten unter dem Dach eines gemeinnützigen Vereins. So halten die Vorsitzenden den Betrieb am Laufen. Beim nächsten Mal am 15. April im Parlament auch wieder mit einer Gast-Autorin, Sonja Struwe Marlin. Das doppeldeutige Motto „Was ist daran komisch?“ hätte gewiss auch den Gründern gefallen.

„Festival der Harmonien“ Mo 25.3., 19.00 „Was ist daran komisch?“ Mo 15.4., 19.30, Die Wendeltreppe im Parlament (U Rathaus), Rathausmarkt 1, Karten zu 15,-: T. 86 82 29; www.kabarett-wendeltreppe.de