Film-Tipp

„Wir“: Auf der Flucht vor den eigenen Doppelgängern

Jeder in der Familie wird von einem Doppelgänger verfolgt.

Jeder in der Familie wird von einem Doppelgänger verfolgt.

Foto: dpa

Gleich für sein Debüt, die höchst gelungene Horror-Satire „Get Out“, erhielt Regisseur Jordan Peele den Oscar für das beste Drehbuch. Nun kommt mit „Wir“ sein zweiter Film ins Kino, mit dem sich der einstige TV-Komiker einmal mehr als Meister klugen Horrors beweist. Er überfrachtet seine wunderbar abstruse Geschichte mit einen Berg gesellschaftskritischer Anmerkungen, Bibel-Zitaten und verstörenden Verweisen auf den American Way Of Life.

„Wir“ beginnt mit einer Rückblende ins Jahr 1986. Das Mädchen Adelaide begegnet auf einem Rummel in Santa Cruz in einem Spiegelkabinett seiner Doppelgängerin. Niemand will ihr glauben.

In der Gegenwart ist Adelaide (Lupita Nyong’o) verheiratet mit Gabe (Winston Duke) und Mutter von Zora (Shahadi Wright Joseph) und Jason (Evan Alex). Gemeinsam machen sich die Wilsons auf zu einem Familienausflug in ein Ferienhaus am Strand von Santa Cruz … Plötzlich stehen vier unheimliche Gestalten in der Toreinfahrt. Es sind die derangierten Doppelgänger der Wilsons.

Jordan Peele hat für seine Gruselmär, eine etwas sperrige Auflösung ausgetüftelt. Jeder in diesem Film hat seinen Doppelgänger. Und jeder Doppelgänger hat es auf sein Pendant abgesehen. Bereits im Vorspann erklärt eine Schrifttafel, dass Amerika flächendeckend untertunnelt ist: Peele bringt Leben in diese finstere Unterwelt. Er lässt ihre Bewohner in großartigen Bildern auf die Menschheit los.

„Wir“ USA 2019, 116 Min., o. A., R: Jordan Peele, D: Lupita Nyong’o, Winston Duke, Elisabeth Moss, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg, Savoy (OF), UCIs Mundsburg/Othmarschen Park, Wandsbek; www.upig.de