Kultur-Tipp

Schüler spielen „Don Quijote“ im St. Pauli Theater

Zwischen Realität und Fiktion wandeln die Schüler der benachbarten Stadtteilschule am St. Pauli Theater in Miguel de Cervantes’ „Don Quijote“

Zwischen Realität und Fiktion wandeln die Schüler der benachbarten Stadtteilschule am St. Pauli Theater in Miguel de Cervantes’ „Don Quijote“

Foto: Florian Driessen

Sie besteht nun schon seit zehn Jahren: Die erfolgreiche Zusammenarbeit des St. Pauli Theaters mit der benachbarten Stadtteilschule am Hafen. Unter der professionellen Leitung von Regisseurin Dania Hohmann bringen Schüler der Klassen sechs bis neun regelmäßig Theaterstücke auf die Bühne, die sich sehen lassen können.

Dabei sind es durchaus anspruchsvolle Stoffe, mit denen sich die Schüler auseinandersetzen. Nach Otfried Preußlers „Krabat“ und „Momo“ von Michael Ende nähern sich die Schüler in diesem Jahr keinem geringeren Werk als Miguel de Cervantes’ „Don Quijote“ – am heutigen Montag ist die Premiere im St. Pauli Theater. „Die Geschichte stammt zwar aus dem 17. Jahrhundert, ist aber trotzdem modern“, sagt Regisseurin Dania Hohmann. „Die Botschaft ist, dass anders sein okay ist.“

„Don Quijote“ erzählt die Geschichte eines verarmten Landadeligen, der irgendwo in der Mancha, einem Gebiet in Spanien, lebt und einen Ritterroman nach dem anderen verschlingt. Immer mehr taucht er in die Fantasiewelt ein, bis er schließlich selbst glaubt, ein Ritter zu sein und sich auf die Reise begibt, um eigene Abenteuer zu erleben und das Unrecht zu bekämpfen. So verliert er sich zwischen Realität und Fiktion. Sein „Kampf gegen Windmühlen“, hat sich bis heute im Sprachgebrauch verankert. Für die Bühnenfassung wurde das umfangreiche Werk gekürzt und etwas moderner gestaltet. So wird Don Quijote nicht nur von seinem Weggefährten begleitet, sondern findet auch in seiner Nichte eine Gegenspielerin. „Zuerst hat sie Angst vor den Verrücktheiten des Onkels, aber irgendwann taucht sie in seine Welt ein und so können sich beide aufeinander zubewegen“, erläutert Dania Hohmann.

Neben dem Verständnis für das Anderssein geht es der Regisseurin bei der Adaption dieses philosophischen Stücks auch um ein weiteres großes Thema: Freundschaft. „Sein Freund zweifelt nicht an, was Don Quijote macht. Das macht Freundschaft aus“, sagt Hohmann. „Wir nähern uns dem Thema, indem wir nicht werten, sondern nur erzählen“, betont sie. Was sie den Schülern mit der Arbeit am Theater vermitteln will? „Selbstbewusstsein und Vertrauen. Über Grenzen zu gehen ist etwas, das bleibt“, sagt Hohmann, die als Jugendliche selber Theater gespielt hat. „Das vergisst man nicht.“

„Don Quijote – Theaterprojekt mit Schülern“ Mo 18.3., 19.00 (Premiere), Mi 20.3., 11.00, und So 24.3., 15.00, St. Pauli Theater (S Reeperbahn), Spielbudenplatz 29-30, Karten 7,50/Schüler 3,-; www.st-pauli-theater.de