Bühnen-Tipp

Rosenberg und Pätz: Hamburger Kabarett-Konstanten

Axel Pätz (62) spielt sowohl Klavier als auch Akkordeon, singt und komponiert immer wieder neue Spott-Lieder.

Axel Pätz (62) spielt sowohl Klavier als auch Akkordeon, singt und komponiert immer wieder neue Spott-Lieder.

Foto: Bertold Fabricius

Beide kommen ursprünglich gar nicht aus Hamburg, gehören aber seit Jahrzehnten zur hiesigen Kleinkunstszene und haben sich auch bundesweit einen hervorragenden Ruf erspielt. Angst vor Beschäftigungslosigkeit brauchen also weder Lutz von Rosenberg Lipinsky noch Axel Pätz zu haben. Der Spielplan will es, dass die Hamburger Kabarettisten an diesem Mittwoch und Donnerstag mit dem Besten, was sie derzeit zu bieten haben, im Lustspielhaus auftreten.

Angst ist heute von Rosenbergs Thema. „Wir werden alle sterben – Panik für Anfänger“, hat der in Gütersloh geborene studierter Theologe (evangelisch) sein neuntes Soloprogramm getauft. Es ist nach „Fürchtet euch nicht“, das von persönlichen Erlebnissen geprägt war, und „Angst.Macht.Spaß“, in dem der gewitzte Zyniker den Bogen von Alltagsthemen über Politik, Kultur und Fußball zu Religion spannte, das Finale einer Trilogie zu gegenwärtigen Angst-Erscheinungen. Ob der Anschläge und Amokläufe Einzelner in Deutschland hat von Rosenberg erkannt: „Angst ist kein Zustand. Es ist eine Methode.“

Axel Pätz’ Methode besteht darin, skurrile Geschichten mit feinem Tastenspiel auf Klavier und Akkordeon zu kombinieren. Das macht den satirischen Spätentwickler (62) zu einem der gefragtesten Musikkabarettisten Deutschlands. 15 Kleinkunstpreise hat Pätz bundesweit eingeheimst. Einige seiner Songs sind längst Cover-Hits, allen voran seine Nummer vom „Aufsitz-Rasenmäher“. Der hat der Sänger und Komponist konsequenterweise sein Lied vom „Laubpuster“ folgen lassen. Stets changiert der gebürtge Schleswig-Holsteiner Pätz schön schwarzhumorig zwischen alltäglichen und gesellschaftlichen Themen wie in „Morgen gründen wir ’ne Bank“.

„Ich bin Bayern-Fan“, hieß vor einem Jahrzehnt sein erster Hit. Der taucht in seinem Jubiläumsprogramm „Das Niveau singt – Premium Gold“ am Donnerstag auch auf. Ebenso banale Dinge wie die professionelle Zahnreinigung im vermeintlich anzüglichen Lied „Emanuelle“ oder die immer älter werdende Gesellschaft mit der schmissigen „Ü80-Party“.

„Wir werden alle sterben“ Mi 20.2., 20.00 „Das Niveau singt – Premium Gold“ Do 21.2., 20.00, Lustspielhaus (U Hudtwalcker­straße), Ludolfstr. 53, Karten zu 14,- (erm.) bis 29,-: T. 55 56 55 56; www.almahoppe.de