Anzeige
Film-Tipp

„Club der roten Bänder“: Wie alles begann

Benni (Jürgen Vogel, r.) stellt Leo (Tim Oliver Schultz) den komatösen Hugo (Nick Julius Schuck) vor.

Foto: Martin Rottenkolber / dpa

Anzeige

Vor gut drei Jahren, bevor auch deutsche Serien zunehmend Aufmerksamkeit und Sendeplätze auf Amazon oder Netflix eroberten, strahlte Vox die Dramedy- ­Serie „Der Club der roten Bänder“ aus. An den „roten Bändern“ erkennt man eine Gruppe schwer erkrankter Halbwüchsiger, die als Langzeitpatienten in einer Kölner Klinik leben müssen und sich zu einem exklusiven Club zusammengeschlossen haben. Der setzt sich aus einem Anführer, seinem Stellvertreter, einem Hübschen, einem Schlauen und einem Mädchen zusammen.

Im Mittelpunkt steht der schlagfertige Leo (Tim Oliver Schultz). Der talentierte Fußballer humpelt vom Spielfeld und erfährt bald, dass er sich keine harmlose Sportverletzung zugezogen hat. Ein bösartiger Tumor wächst im Bein, eine Amputation droht, er muss sich einer Chemotherapie unterziehen. Während er von seiner Familie nicht unterstützt wird, freundet er sich mit Bettnachbar Benni (Jürgen Vogel) an. Der raubeinige Hallo­dri lässt dem viel jüngeren Leo keinen Raum für Larmoyanz, spart aber in entscheidenden Momenten weder mit Mitgefühl noch mit aufheiternden Aktionen.

Parallel wird Emma (Luise Befort) eingeführt, die magersüchtige Tochter überehrgeiziger Eltern. In sie verguckt sich Leo genauso wie Jonas (Damian Hardung), ein Neuzugang auf der Kinder- und Jugendstation, der regelmäßig von seinem großen Bruder misshandelt wird. Hinzu gesellen sich bald der hübsche, aber herzkranke Alexander „Alex“ (Timur Bartels) und Anton „Toni“ (Ivo Kortlang), der „Schlaue“ mit Asperger-Syndrom, dem ein Mopedunfall gleich zwei gebrochene Beine beschert hat.

Anzeige

Beinahe zwei Stunden nimmt sich der Film Zeit, um nach und nach die Wege der zukünftigen Clubmitglieder zusammenzuführen, was für die Fans der Serie von unwiderstehlichem Reiz ist. Die Geduld von Kinozuschauern, die sich hier eher zufällig hineinverirren, dürfte von der Vielzahl angedeuteter Handlungsbögen dagegen ziemlich strapaziert werden. Doch gerade für sie sollte sich auszahlen, dass die Freundschaft von Leo und Benni den eigentlichen emotionalen Kern bildet, der nicht zuletzt dank eines souverän aufspielenden Jürgen Vogels überzeugt.

„Club der roten Bänder – Wie alles begann“ D 2019, 113 Min., ab 6 J., R: Felix Binder, D: Tim Oliver Schultz, Jürgen Vogel, Luise Befort, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, Hansa, UCIs Mundsburg/Othmarschen Park/Wandsbek; www.universumfilm.de

You have used all of your free pageviews.
Please subscribe to access more content.
Dismiss
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos auf unserem Portal.
Jetzt weiterlesen mit Abendblatt PLUS
  • Alle Artikel auf abendblatt.de frei
  • Mit einer Anmeldung auf allen Geräten nutzbar
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
30 Tage für 0,00 € testen
Danach 7,90 € monatlich, jederzeit kündbar.
Anzeige