Show-Tipp

Stomp ist die Mutter aller Percussion-Shows

Mülltonnendeckel als Becken: Die Performer von Stomp wie Rhys Shone (M.) sind bei ihrer Bühnenshow immer wieder auf dem Sprung.

Mülltonnendeckel als Becken: Die Performer von Stomp wie Rhys Shone (M.) sind bei ihrer Bühnenshow immer wieder auf dem Sprung.

Foto: Steve McNicholas

Man tippt und klopft auf Dinge oder trommelt mit den Fingern an der Tischkante. Das kennen wir aus dem Alltag. Geräusche mithilfe verschiedener (Haushalts-)Gegenstände, auf Fässern und Mülltonnen zu erzeugen sowie auf Dingen im Sperrmüll – aus dieser Idee entstand in England vor mehr als 25 Jahren etwas Großes: die Band und gleichnamige Show Stomp.

Sieben Jahre lang gehörte Sarah Lasaki als einzige Deutsche zum festen Stomp-Ensemble. Die Hamburgerin trat mit der Formation auch 2012 bei den Olympischen Spielen in London und zuletzt 2014 auf Kampnagel in Halle K6 auf. Statt in der früheren Maschinenfabrik gastiert Stomp diese Woche im noch größeren Mehr! Theater am Großmarkt. Und wieder ist ein Deutscher Teil der Show, diesmal der aus dem Allgäu stammende Schlagwerker Dominik Schad. Auch der ehemalige Student der Musikhochschule Hannover (Studiengang: Jazz-Rock-Pop) weiß inzwischen, was alles rhythmustauglich ist.

Ob mit Besen oder Schaufel, auf Spülbecken, Traktorreifen, Mülltonnen und -deckeln oder mit vollgepackten Einkaufswagen, die Stomper lassen in ihrer weltumspannenden, durchaus komischen Show fast nichts aus. Sie bieten zudem Body-Percussion-Einlagen und furiose Stepptanz-Nummern. Wenn die acht bis zehn Performer auf allen möglichen und unmöglichen Dingen tanzen und trommeln, zeigen sie das Abend für Abend fast 100 Minuten lang auf einem energetisch enorm hohen Niveau. Längst gilt Stomp als die Mutter aller Percussion-Shows.

Das hätten sich Luke Cresswell und Steve McNicholas nicht träumen lassen, als sie die Klang-Performance und ihre Band Anfang der 90er-Jahre in Großbritannien aus der Taufe hoben. Die Universität Brighton verlieh den beiden Erfindern inzwischen sogar die Ehrendoktorwürde.

Dass außer reichlich lauten Elementen auch die Serenade auf Streichholzschachteln Teil der Show ist, gehört für Cresswell und McNicholas aber noch heute zum Programm – und zum guten Ton. Das wirkt dann mal zart statt nur hart.

Stomp bis 27.1., täglich 20 Uhr, Sa auch 15 Uhr, So nur 14 Uhr, Mehr! Theater am Großmarkt (Bus 3), Banksstraße 28, Karten zu 29,50 bis 89 Euro auch in der HA-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18–32, T. 30 30 98 98