Kunst-Tipp

Hans Hansen: Aufgeräumte Aufnahmen und Fotografien

Foto: Hans Hansen

Im Rahmen seiner noch recht neuen Reihe „Fotografie neu ordnen“ lädt das Museum für Kunst und Gewerbe regelmäßig zeitgenössische Fotografen ein, ihre Arbeiten mit denen aus der umfangreichen Fotosammlung des Hauses in Beziehung zu setzen. Aktuell ist der bekannte Hamburger Fotograf Hans Hansen der Auserwählte. Die Schau, kuratiert von Esther Ruelfs, präsentiert Arbeiten von ihm aus den Jahren 1978 bis 2016.

Hansen, Jahrgang 1940, ist im Großen und Ganzen der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen. Er hat als Werbefotograf großen Erfolg gehabt, machte aber auch freie Arbeiten, in denen er zum Beispiel seinen künstlerischen Ehrgeiz verfolgte, Glas auf Schwarz oder Schwarz auf Schwarz mit dementsprechend delikaten feinen Linien und Reflexen zu fotografieren. Zu seinen Kunden zählten große Autohersteller wie Mercedes (schwarzer Mercedes von oben auf schwarzem Grund), Porsche und VW. Er fotografierte für die Lufthansa, den „Stern“, „GEO“, Rewe, Dibbern und Erco Leuchten.

Seine Fotografie besitzt stets etwas Puristisches, Lichtvolles, Aufgeräumtes – Hansen muss eine Schwäche für Ordnungssysteme haben. Nicht zu übersehen ist die häufige Reduktion auf Grundformen, die er mit dem Fotografen Willi Moegle (1897-1989) gemeinsam hat. Von ihm hat Hansen gleich zwei historische Fotos ausgesucht. Eines zeigt einen avantgardistischen Stuhl, fotografiert mit einem Lichtkegel von oben. Durch einen tiefschwarzen Schatten zaubert Moegle aus dem Gegenständlichen eine flächige, scharfkantige Grafik. Damit kombiniert Hansen ein eigenes fast abstraktes Foto geometrischer Formen aus Porzellan.

Von Hein Gorny (1904-1967) wählte Hansen das Foto eines sehr spitz zulaufenden Blusenkragens aus den 1930er Jahren aus - und hing frech ein eigenes Foto aus einer Serie syrischer Dessous daneben – das Bikini-Oberteil besteht aus schwarz eingefassten Dreiecken. Hansen ist einer der wenigen Fotografen, die Mode, wenn er sie seltenerweise mal fotografierte, stets ohne Models ablichtete. Wie vieles andere auch, legte er Kleidung auf einem Leuchtkasten aus.

„Hans Hansen. Fotografie neu ordnen: Dinge“ bis 27.5., Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Di-So 10.00-18.00, Do bis 21.00, Eintritt 12,-/8,-; www.mkg-hamburg.de