Festival-Tipp

Dockville in Wilhelmsburg: Das Glück, im Hafen zu feiern

Nicht nur die Acts aus Rock, Pop und Electro – vor allem die Hafenkulisse prägt das Dockville-Festival

Nicht nur die Acts aus Rock, Pop und Electro – vor allem die Hafenkulisse prägt das Dockville-Festival

Foto: Harry Horstmann

Das vorletzte Augustwochenende gehört dem MS Dockville. Vom 19. bis 21. August wird beim Hamburger Festival der zehnte Geburtstag gefeiert. Bei der Jubiläumsausgabe verwandelt sich das Gelände am Wilhelmsburger Schlengendeich erneut in ein Wunderland aus Kunst und Musik.

2007 als kleines Festival mit 5000 Besuchern gestartet, lockte das MS Dockville bereits ein Jahr später die doppelte Menge an Fans des alternativen Beisammenseins auf die alte Industriebrache nach Wilhelmsburg. Sperenzien aufgrund von Besucheranstürmen und wackelnder Geländegenehmigung konnten die Organisatoren in den vergangenen Jahren standhalten. Mittlerweile kann das Open Air mit mehr als 20.000 Besuchern pro Festivaltag rechnen. An diesem Wochenende werden erneut Glitzerstaub und Seifenblasen über die Elbinsel wehen, wird das Federschmuck und Hippie-Outfits tragende Partyvolk das Gelände vor malerischer Hafenkulisse entern.

Das Geburtstagskind feiert mit großem musikalischem Line-up – und Kunst bis in die letzte Ecke des Areals. „Vor allem mit der Gestaltung des Geländes wollen wir zeigen, dass uns das Jubiläum bewusst ist“, sagt Festivalsprecherin Lara Goldsworthy. Die Kunst der 20 bildenden Künstler sei deshalb noch großflächiger und sichtbarer aus- und aufgestellt. Die Werke, darunter die Holzskulpturen des dänischen Recycle-Artisten Thomas Dambo, haben bereits bei der vorangegangenen Open-Air-Ausstellung MS Artville ihren Platz gefunden.

Mehr als 130 Bands und DJs, von Hip-Hop über Indie bis Electro, haben die Organisatoren zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt – mit „wiederkehrenden Dockville-Freunden, aber auch unentdeckten Bands“, sagt Goldsworthy. Zu den Wiederholungstätern gehören fünf Indie-Rock-Jungs aus Oxford, die ihren einzigen deutschen Festivalauftritt dieses Jahres am Sonnabend um 22.30 Uhr haben werden: Im August 2015 veröffentlichte die Band Foals mit „What Went Down“ ihr viertes Studioalbum. Aus Norwegen kommt Sängerin Aurora, bekannt dank ihres Songs „Running With The Wolves“ (Sa 19.40 Uhr). Kurz vor ihrem Album-Release am 9. September gibt sich Bastille auf der Großschot-Bühne die Ehre (Fr 22.30 Uhr). Aus der Hip-Hop-Riege ist DCVDNS vermeldet, der seit Kurzem Label-Kollege von Sido und Motrip ist (Fr 21.30 Uhr). „Hurra die Welt geht unter“ wird die Berliner Rap-Combo K.I.Z. weit in die Wilhelmsburger Nacht rufen (So 21 Uhr). Raffi, Moritz und Jonas vom Hip-Hop-Trio OK Kid sind längst keine Newcomer mehr. Zum Dockville bringen sie ihr Album „Zwei“ mit (Sa 21.30 Uhr). Mit folgenden Acts steigt auch die Vorfreude bei Freunden des elektronischen Genres: David August, Monkey Safari, Pretty Pink und Kassem Mosse.

Singen, Tanzen und Hüpfen lassen die Kräfte schwinden. Wer dem großen Trubel entfliehen möchte, kann akustischen Klängen auf der Nestbühne oder der kreativen Dichtkunst bei einem Poetry Slam lauschen. Das Ende des Sommers naht – das MS Dockville bietet dafür schon jetzt ein gebührendes Finale.

MS Dockville Fr 19.8. 14.30-5.00, Sa 20.8. und So 21.8., jew. 12.30-5.00, Dockville-Gelände
(S Veddel + Shuttle-Busse), Schlengendeich 12, Tagestickets zu 39,- für Fr und So noch vorhanden; www.msdockville.de