Konzert-Tipp

Salut Salon: Von Tieren und Menschen im Thalia

Die Musikerinnen der Gruppe Salut Salon sind Iris Siegfried (lr), Anne-Monika von Twardowski, Angelika Bachmann und Sonja Lena Schmid

Die Musikerinnen der Gruppe Salut Salon sind Iris Siegfried (lr), Anne-Monika von Twardowski, Angelika Bachmann und Sonja Lena Schmid

Foto: Markus Scholz / dpa

Dass auch Tiere Karneval feiern, ist spätestens seit Camille Saint-Saëns bekannt. Dessen „große zoologische Phantasie“ von 1886 dauert zwar nur knapp 25 Minuten, aber die Musikerinnen des Hamburger Quartetts Salut Salon haben ihr neues Programm dennoch nach Saint-Saëns’ Komposition „Der Karneval der Tiere“ benannt. Und werden damit erneut für die Sommerbespielung des Thalia Theaters sorgen. Am heutigen Mittwoch hat „Ein Karneval der Tier und andere Phantasien“ Premiere.

Iris Siegfried (Geige und Gesang), Anne-Monika von Twardowski (Klavier), Angelika Bachmann (Geige) und Sonja Lena Schmid (Cello) setzen natürlich vor allem auf ihre eigenen Fantasien – und arrangieren vorhandenes Material um, wie es ihnen gefällt.

Das gilt nicht nur für Saint-Saëns’ „Karneval“, sondern auch für sein Opus „Africa“. Das gilt ebenso für Mussorgskis „Küklein in ihren Eierschalen“, für Tschaikowskis „Schwanensee“, für Smetanas „Moldau“, Weills „Mackie Messer“, John Williams Filmmusik zu „Der weiße Hai“, Rimski-Korsakows „Hummelflug“. Und natürlich darf in diesem Reigen auch nicht einer der Lieblingskomponisten Salut Salons fehlen, Astor Piazzolla. Im tierisch-karnevalistischen Abend ist er mit seinem Tango „Escualo“ vertreten, mit dem Haifisch, der bekanntlich Zähne hat.

Der Karneval ist auch die Zeit der Verwandlung, der Maskierung. „Wir wollen immer auch jemand anders sein“, sagt Iris Siegfried. Und so will sie gemeinsam mit ihren Musikerkolleginnen den Karneval in all seinen vielschichtigen Facetten zeigen, „auch als Bild für die Flucht aus dem Alltag“. Den Weg will Salut Salon zehn Abende lang im Thalia Theater weisen.

Seit 13 Jahren ist das Quartett nun schon auf den Bühnen unterwegs, immer wieder hat es dabei überraschende musikalisch-komödiantische Songideen im Gepäck. Klar, Salut Salon spielt Klassik, aber eben nicht nur und eine Spur anders – was auch Menschen in die Konzertsäle lockt, die mit klassischer Musik bislang eher wenig anfangen konnten. Und was Salut Salon macht, das kommt an: „Wettstreit zu viert“ haben die Musikerinnen ihre Version von Vivaldis „Sommer“ genannt – und sie bei YouTube eingestellt. Mit Erfolg: Der Song hat bisher mehr als 19 Millionen Klicks.

Salut Salon: Ein Karneval der Tier und andere Phantasien Do 16.7., 20 Uhr, bis 26.7., montags bis sonnabends jeweils 20 Uhr, am Sonntag um18 Uhr, Thalia Theater, Alstertor (Anreise hier), Karten von 24,50 bis 64,50 Euro unter T. 30 30 98 98 und in allen HA-Ticketshops