Konzert-Tipp

Schlüpfriger Rock’n’Roll mit den Eagles Of Death Metal

Jesse „The Devil“ Hughes, Boss der Eagles Of Death Metal

Jesse „The Devil“ Hughes, Boss der Eagles Of Death Metal

Foto: dpa Picture-Alliance / Jazz Archiv/Niehaus / picture alliance / Jazzarchiv

„Hamburg! Ihr habt die Tickets für unsere Show am 6. Juni so schnell verschlungen, und wir lieben Euch innig­ dafür. Und das bedeutet auch, dass wir umso mehr sexy Fans an diesem Abend sehen wollen“, freut sich Jesse „The ­Devil“ Hughes auf der Facebookseite seiner Band Eagles Of Death Metal. Das Konzert der kalifornischen Rock’n’Roller wurde vom Gruenspan in die Markthalle hochverlegt, jene Bühne, auf der die Truppe bereits 2008 und 2009 triumphal ablieferte.

Was damals am Klosterwall passierte, lässt sich auch mit mehreren Jahren Abstand kaum treffend beschreiben. Die Eagles Of Death Metal, 1998 von Hughes und Josh Homme von den Queens Of The Stone Age gegründet (er wirkt im Studio, aber nur selten auf der Bühne mit), sahen auf dem ersten Blick wie eine Ansammlung von Rednecks und White-Trash-Zivilversagern aus. Schüttere Haare, Schnauzbärte, Knasttattoos – Männer, die zusammen mit einem Schwall leerer Billigbierdosen aus Wohnwagentüren stolpern und mit halbautomatischen Knarren Koyoten zum Mittag schießen. Eher unsexy.

Aber der Sound! Die Songs der Alben „Peace, Love, Death Metal“ (2004), ­„Death By Sexy“ (2006) und „Heart On“ (2008) grooven wie Hölle mit ihrer ­Mischung aus Stoner-, Wüsten-, und Hardrock. Sie laden ein zum Hüftenschwingen, Popowackeln, Brustwippen, und das wird noch angereichert durch extrem ironische, schmierige, klebrige und schlüpfrige Texte. Liedertitel wie „Whorehoppin’ (Shit, Goddamn)“,
­„I Want You So Hard (Boy’s Bad News)“, „Cherry Cola“, „I Got A Feelin (Just ­Nineteen)“ oder „I’m Your Torpedo“ sprechen für sich. Oder die Döntjes, die Hughes im Buch „Sextipps von Rockstars“ von Paul Miles erzählt.

Das ist das Benzin, das die Eagles Of Death Metal in der Markthalle ins Feuer kippten. Es wurde heiß, Männer und Frauen tanzten und rockten entfesselt, die eine oder andere „Muschikatz“ stürmte für ein Küsschen mit Jesse Hughes auf die Bühne.

Das ist jetzt viele Jahre her. Aber nach seinem eher sperrigen Soloalbum „Honkey Kong“ (2011) sind Hughes und seine Adler wieder im Studio gelandet, um das vierte Album aufzunehmen. Vielleicht erlaubt die Setliste in der Markthalle schon den einen oder anderen Blick durch das Schlüsselloch?

Eagles Of Death Metal, Dolomite Minor Sa 6.6., 20 Uhr, verlegt vom Gruenspan in die Markthalle, Klosterwall 11 (Anreise hier), Karten zu 29,90 € im Vorverkauf und an der Abendkasse

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