Kindernachrichten

Hongkong war bis 1997 britisch

Sicher habt ihr mitbekommen, wie wütend viele Bewohner der chinesischen Stadt Hongkong sind. Sie wollen richtige Demokratie.

Die Hongkonger dürfen 2017 ihre Regierung zwar selbst wählen, aber die Kandidaten werden von der chinesischen Regierung in Peking ausgesucht. Dadurch steht das ungefähre Ergebnis eigentlich schon vor der Wahl fest. Das ist aber nicht das, was sich die Bürger unter der jetzt eingeforderten Demokratie vorstellen. Außerdem garantiert ihnen das zwischen Großbritannien und China ausgehandelte Hongkonger Grundgesetz freie Wahlen.

Aber warum hat China dieses Gesetz ausgerechnet mit Großbritannien ausgehandelt? Noch bis zum Jahr 1997 war Hongkong eine britische Kolonie. Zuvor gehörte es zu China. Dass es britisch wurde, lag an einer Droge: Opium. Im 19. Jahrhundert exportierte England Opium nach China – zwei Millionen Chinesen waren bald abhängig. Der chinesische Kaiser verbot den Opiumhandel deshalb. Die darauf folgenden Kriege gewann England, Hongkong wurde 1843 eine britische Kolonie.

1997 erfolgte die Wiedervereinigung mit China, die Stadt blieb eine Sonderzone, in der – anders als in der Volksrepublik China – die Marktwirtschaft gilt. Weil die Hongkonger keineswegs zufrieden mit der Regierung in Peking sind, gibt es seit 2002 immer wieder Konflikte.