Kindernachrichten

Früher fasteten viele Menschen vor Weihnachten

Dass an Weihnachten vieles ein bisschen anders ist, wisst ihr ja. Alle ziehen sich schick an, eure Eltern tun geheimnisvoll, ihr seht vielleicht Familienmitglieder, die ihr sonst nicht so oft besucht.

Und es gibt an den Weihnachtstagen etwas besonderes zu essen.

Am ersten Weihnachtstag gibt es bei vielen Familien Gerichte, für die eure Eltern lange in der Küche beschäftigt sind, so wie Gans, Ente oder Karpfen. Der Grund dafür wird euch vielleicht überraschen. Denn früher haben die Menschen vor Weihnachten gefastet. Auf die Idee kommt niemand mehr, der sieht, wie viel Menschen heutzutage vor Weihnachten verspeisen: Lebkuchen, Plätzchen, Schokolade, Christstollen...

Streng genommen gehört der 24. Dezember noch zur Fastenzeit, deshalb aßen früher viele Menschen Fisch, das war erlaubt. Leute, die sich das nicht leisten konnten, aßen einfache Gerichte. In manchen Familien gibt es an Heiligabend immer noch Gerichte wie Kartoffelsalat mit Würstchen.

Der Gänsebraten wird gegessen, weil auch vor der Fastenzeit Gans gegessen wird: die Martinsgans. Das Fasten soll Gläubigen helfen, sich auf Gott zu konzentrieren und sich auf das Fest vorzubereiten.

Inzwischen fasten viele Menschen nicht mehr vor sondern nach Weihnachten. Aber nicht, weil sie sich auf Gott konzentrieren wollen, sondern weil sie geschlemmt haben und sich zu dick fühlen. Viele Menschen beginnen das neue Jahr dann mit richtig guten Vorsätzen. Sie wollen zum Beispiel mehr Sport treiben, sich gesünder ernähren oder generell weniger essen.

In den meisten Fällen halten diese Vorsätze eine Weile – selten aber das ganze Jahr. Spätestens zu Ostern steht nämlich in vielen Familien schon wieder ganz schön viel Schokolade auf dem Tisch...