Kindernachrichten

Pustekuchen schmeckt nicht

Pustekuchen! Gesagt habt ihr’s bestimmt schon mal. Gefragt, was das eigentlich heißt, habt ihr euch möglicherweise auch schon, oder? Pustekuchen? Ein Kuchen, der aufgepustet ist? Ist doch eigentlich Quatsch!

Pustekuchen, das klingt zwar nach einer Spezialität aus dem Backofen, ist aber leider keine Süßigkeit. Pustekuchen hat in etwa die gleiche Bedeutung wie „Denkste!“ Wir sagen es aber auch manchmal voller Schadenfreude, wenn sich jemand vergebens Hoffnungen gemacht hat oder etwas getan hat, was nicht klug war. Genau das bedeutet Pustekuchen wortwörtlich, nämlich „weniger klug!“ Der Ausdruck setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, die aus dem Jiddischen stammen: Puste kommt von „poschut“ – das heißt „wenig“. Kuchen hat nichts mit Backwaren zu tun, sondern hat sich aus dem Wort „chochem“ entwickelt. Das bedeutet „klug“, „gewitzt“. Jiddisch ist die Sprache, die die Juden seit dem Mittelalter in Deutschland und Osteuropa verwendeten.

Es gibt aber auch Leute, die glauben, dass der Dichter Johann Wolfgang von Goethe das Wort Pustekuchen erfunden hat. Der hatte nämlich einen Widersacher, den er nicht mochte. Und um den schön lächerlich zu machen, formulierte er aus dem Nachnamen von Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen den berühmten „Pustekuchen“. Ob der Angesprochene sich darüber geärgert hat? Pustekuchen! Dem Pustkuchen war es hoffentlich egal.