Konzert-Tipp

Foreigner eröffnet Freiluft-Saison auf der Stadtparkbühne

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Heinrich Oehmsen

Foto: dpa Picture-Alliance / Ralph Arvesen / picture alliance / ZUMAPRESS.com

Als Mick Jones vor zwei Jahren mit Foreigner auf die Bühne in Wacken ging, war er etwas skeptisch. „Wir waren die einzige Band, die nicht in schwarze Lederklamotten gekleidet war. Ich dachte: Wollen die Fans wirklich unsere Musik hören?“
Wollten sie. Die langmähnigen Metal-Fans in ihren schwarzen Kutten sangen sogar „I Wanna Know What Love Is“ mit, eine Ballade, die im Radio vor allem in dudeligen Mainstream-Programmen läuft. „Deutschland ist unser stärkster Markt in Europa“, sagt der Engländer Mick Jones. In seiner Heimat hat seine Hardrock-Band nie eine große Rolle gespielt, was sicher damit zusammenhängt, dass Foreigner 1976 in New York gegründet wurde. Der Gitarrist war dort gestrandet, nachdem sich Spooky Tooth aufgelöst hatte, eine Bluesrock-Band, mit der Jones damals auf Tour war.

Jones fand in den USA den Sänger Lou Gramm. Mit ihm und seiner unverwechselbaren Stimme landete die Band einen Erfolg nach dem anderen. Bis 1987 wurden die ersten sechs Alben von Foreigner in den USA alle mit Platin ausgezeichnet, mehr als 50 Millionen Platten verkaufte die Band damals. Auch in Deutschland waren die Alben „4“ und „Agent Provokateur“ mit den Single-Hits „Urgent“, „Juke Box Hero“ und „Waiting For A Girl Like You“ sehr erfolgreich. Doch nach zehn Jahren begann die Zusammenarbeit von Gramm und Jones zu kriseln, und es ging mit Foreigner bergab.

Immer wieder musste sich Mick Jones neue Musiker suchen. Mit Kelly Hansen fand er 2005 einen starken Ersatzmann für Lou Gramm, der bis heute mit den Folgen eines Hirntumors zu kämpfen hat. Jones macht keinen Hehl daraus, dass die Umbesetzungen die Band oft stärker gemacht hätten: „Wichtig ist, dass die Chemie stimmt. Jeder in der Band ist fokussiert, und sie klingt richtig gut.“

Wenn das Sextett am 20. Mai die diesjährige Stadtpark-Saison eröffnet, wird es ein Abend ausschließlich mit Rock-Klassikern. Foreigner hat Dutzende von Bands aus Genres wie Punk, Synthie-Pop, Indie-Rock und Electro überlebt und erfreut sich immer noch großer Popularität. „Der Erfolg hat wohl mit der Qualität der Songs und der melodischen Seite von Foreigner zu tun. Wir können mit jeder Rockband mithalten, aber wir sind nicht eindimensional“, mutmaßt Jones. Einen Herzenswunsch hat er sich im vergangenen Jahr auch erfüllt: Seine Band hat zusammen mit einem Orchester die größten Hits in neuen Versionen aufgenommen.

Weil das Foreigner-Konzert wegen der großen Nachfrage vom Mehr! Theater in den Stadtpark verlegt wurde, wird Lotto King Karl (25.5.) die Open-Air-Saison in diesem Jahr nicht eröffnen. Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft ist der Konzertplan im Stadtpark erwartungsgemäß auch nicht so prall gefüllt wie in anderen Jahren. Es gibt ein paar interessante Gäste, die nicht dauernd in Hamburg auftreten wie Hollywood Vampires, eine Rock-Combo, in der Hollywood-Star Johnny Depp mitwirkt (2.6., ausverkauft), das einzige Deutschlandkonzert von Beck (8.6.) sowie die Auftritte von Beth Ditto (9.7.) und Earth, Wind & Fire (12.7.).

Foreigner So 20.5., 19 Uhr, Stadtparkbühne, Saarlandstraße 71, Restkarten 58 Euro