Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten in Hamburg

Paternoster: Ein bisschen Nostalgie mitten in der Stadt

| Lesedauer: 2 Minuten
Carsten Harms

Offiziell heißen sie Umlaufaufzüge, bekannt sind sie aber, wenn überhaupt noch, unter dem Begriff Paternoster. Rund 30 Exemplare dieser mit einer schweren Kette verbundenen, nach vorn hin offenen Zwei-Mann-Kabinen sind in Hamburg noch in Betrieb, 13 von ihnen öffentlich zugänglich und benutzbar.

Offiziell heißen sie Umlaufaufzüge, bekannt sind sie aber, wenn überhaupt noch, unter dem Begriff Paternoster. Rund 30 Exemplare dieser mit einer schweren Kette verbundenen, nach vorn hin offenen Zwei-Mann-Kabinen sind in Hamburg noch in Betrieb, die meisten in altehrwürdigen Kontorhäusern, Bürogebäuden und Behörden. Immerhin 13 Paternoster sind öffentlich zugänglich und kostenlos benutzbar. Was für Mitarbeiter, die in diesen Häusern tätig sind, alltäglich sein mag, ist für andere ein spezielles Erlebnis.

„Klock, klock, klock“, gibt der Paternoster im steten Takt von sich. Dies allerdings ist kein Grund zu Beunruhigung sondern das normale Betriebsgeräusch, andernorts ist ein dumpfes Knarren und Knarzen zu vernehmen. Paternoster sind eben Relikte aus vergangenen Jahrzehnten, schon längst gibt für neue Exemplare keine Genehmigung mehr, für die vorhandenen nur eine Ausnahmegenehmigung, sofern sie regelmäßig überprüft werden.

Hier wurde der erste Paternoster europaweit eingebaut

Dabei war Hamburg Pionier in Sachen Paternoster. 1885 wurde der erste des europäischen Kontinent hier in Bürohaus eingebaut. Die gemächliche Fahrt durch die Stockwerke nach oben wirkt irgendwie beruhigend, und doch ist es irgendwie auch ein Abenteuer. Wenn gleich beide Fahrgäste auf einer Etage aussteigen wollen, bedarf dies schon einer gewissen Koordination und des Mutes, rechtzeitig einen großen Schritt nach vorn zu machen.

Besonders sehenswert sind die Paternoster im Laeisz-Hof (Trostbrücke 1) und im Slomanhaus (Nebeneingang Steinhöft 11/17) und die dazu gehörigen Treppenhäuser. Die beiden längsten Paternoster der Stadt sind mit 11 Stockwerken in den Grindelhochhäusern (Grindelberg 62 und 66) zu finden. Wer hier ganz oben weiterfährt, bekommt eine Wand vor sich zu sehen, die mit Kaugummis beklebt ist. Und für alle, die noch nie Paternoster gefahren sind: An den Wendepunkten wird die Kabine nicht um 180 Grad gedreht.

Weitere Informationen: Eine umfassende Liste aller Paternoster in Deutschland gibt es unter www.flemming-hamburg.de/patlist.htm