Kleine Fluchten: Relais & Chateaux Hotel "Bayrisches Haus"

Alm-Ambiente in Potsdams Wildpark

Was außen aussieht wie eine Kuckucksuhr, überrascht im Inneren mit Großzügigkeit und dezenter Eleganz.

"Die Verpflegung ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste; die Gesundheit hängt daran und fast auch die Moral", schrieb der Roman-Autor und Feinschmecker Theodor Fontane 1894 in einem Brief an seine Tochter. Fontane war Gourmet, allerdings einer, der sich meist zum Genießen einladen ließ und nur in den atmosphärisch dichten Darstellungen seiner Werke kulinarische Kreativität entwickelte.

Was der einst zu den "Jungen Wilden" gehörende Chefkoch Alexander Dressel auf den Tisch des Restaurants "Friedrich Wilhelm" im Hotel "Bayrisches Haus" in Potsdam bringt, hätte sicher auch den Gourmet Fontane begeistert: etwa "Bärlauchvichysoise und pikanter Lammschaschlik" oder die "Atlantik-Seezunge, weißer Pfirsich und Champagner" und zum Dessert vielleicht "Holunder, Schokolade und Wasabi". Innerhalb kurzer Zeit - Dressel kocht seit Anfang 2004 im "Bayrischen Haus" - kürte ihn "Der Feinschmecker" zum "Aufsteiger des Jahres", wenig später wurde ihm der ersehnte Michelin-Stern verliehen, mittlerweile gibt es 17 Punkte im Gault Millau. Die exquisite Küche m "Friedrich Wilhelm" ist dabei durchaus noch bezahlbar.

Neben dem eleganten, holzvertäfelten Gourmetrestaurant bietet das Hotel mit der "Elisenstube" ein mit alten Potsdamer Stichen geschmücktes, behagliches regionales Restaurant. Beide befinden sich in einer kuriosen Almhütte, die der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. 1847 seiner heimwehkranken Elisabeth von Bayern im Potsdamer Wildpark errichten ließ. Täfelungen aus Eichenholz, Palisander und Mahagoni verleihen einen Hauch königlicher Vornehmheit. Nach den Fürstenenteignungen 1919 kam das "Bayrische Haus" zum preußischen Staat, in den Zwanziger und Dreißigerjahren entwickelte es sich zu einer beliebten Adresse für Berliner Ausflügler, die sich in der historischen Gaststätte und im Kaffeegarten unter weit ausladenden Bäumen verwöhnen ließen. Nach der Wende wurde das Haus als Hotel eröffnet.

"Kommen Sie doch mal nach Potsdam", warb der damalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe bei Gertrud Schmack, die seinerzeit bundesweit für die Organisation und Durchführung von Seminaren verschiedenster Institutionen zuständig war. Der Rheinländerin war schnell klar, dass man aus diesem Haus etwas ganz besonderes machen könne. Zusammen mit ihrem Lebenspartner Karl Dürbeck erwarb sie im Februar 2000 das Gebäude und verwandelte es mit enormem Aufwand zu einem Luxushotel. Seit Juni 2001 wird der Gast nun wieder königlich empfangen.

In der weiten Hotelhalle bestimmen freundliche helle Farben und großartige Blumengebinde das Bild. Bequeme Sitzgruppen, eine Bibliothek und ein kleiner Barbereich stimmen den Gast auf den Aufenthalt ein. Auch die 33 Zimmer und Suiten überzeugen durch Eleganz. Feine Stoffe, edle Hölzer und Marmor wurden zu einem Wohlfühl-Ambiente komponiert. Direktwahltelefon, Fax und Internetzugang gibt es in allen Zimmern und den klimatisierten Konferenz- und Banketträumen. Die absolute Ruhe inmitten der weitgehend unberührten Natur des Potsdamer Wildparks macht auch Tagungen angenehm.

Für Schönheit und Gesundheit sorgen staatlich anerkannte Kosmetikerinnen. Kosmetik, Maniküre, Pediküre oder klassische Massage werden geboten. Für das Wohlbefinden können die Gäste auch das großzügige chlorfreie Schwimmbad, Sauna, Dampfbad und Solarium nutzen. Und wer nach den kulinarischen Genüssen zusätzliche Pfunde wieder abtrainieren möchte, kann sich ein Fahrrad ausleihen - für Ausflüge in die seen- und waldreiche Umgebung des Hotels.