Kleine Fluchten: Im Hotel “Krabbe von Greetsiel“ in Ostfriesland nimmt man sich für jeden Gast viel Zeit

Krabben gehören zu Ostfriesland wie der Elbaal zu Hamburg. Vor allem im malerischen Fischerdorf Greetsiel. Hier prägt der mehr als 600 Jahre alte Hafen mit seiner Krabbenkutterflotte das Gesicht des Ortes. Die platte Marschlandschaft lädt zu Spaziergängen ein, wie etwa zum beliebten Pilsumer Leuchtturm, der mit seinen auffälligen rot-gelben Farbringen schon aus weiter Ferne grüßt.

Das Hotel "Krabbe von Greetsiel" war ursprünglich ein Restaurant. Es liegt in einer ruhigen Seitenstraße am Ortsrand im Neubaugebiet, und wurde zu Beginn der 1990er-Jahre erbaut. Von außen macht das Backsteinhaus mit seinen roten Dachziegeln einen schmucken Eindruck. Besonders einladend wirkt der kleine gepflegte Vorgarten.

Gastgeberin Elisabeth Stromann entstammt einer landwirtschaftlichen Familie aus dem Nachbardorf Pewsum und ist, wie sie selbst sagt, "mit der Landschaft stark verbunden". Ihr langjähriger Lebensgefährte Fred Klein hingegen ist eher ein "Städter", wie er schmunzelnd betont. Er kommt aus Emden, wo er zum Industriekaufmann ausgebildet wurde. Früher hat Fred Klein als Softwarespezialist bei einer großen Osnabrücker Firma gearbeitet. Und noch heute ist er neben dem Hotelbetrieb in dieser Branche freiberuflich tätig.

Mit einem Halbtagsjob in der Pension "Martina" hat damals alles angefangen. Schon bald übernahm Elisabeth Stromann dort als Geschäftsführerin die Leitung des Hauses, da die Besitzerin aus Altersgründen wegzog. "So bin ich in den Beruf hineingewachsen. Ich habe gemerkt, wie viel Spaß mir der Kontakt zu den vielen Menschen macht", erzählt sie, weshalb sie sich heute einen Bürojob auch gar nicht vorstellen könnte.

Seit der Übernahme des Hotels in Greetsiel im Jahre 1999 hat Elisabeth Stromann dem Haus ihren persönlichen Stempel aufgedrückt und alle acht Zimmer nach und nach verändert. Die gemütlichen Räume sind alle individuell eingerichtet und hauptsächlich mit Holzmöbeln ausgestattet; in einem gibt es sogar einen großen Kamin aus Kacheln. Die Betten haben eine breite Liegefläche, und die Messinglampen sind im "Romantiklook" gestaltet. In den bequemen Korbsesseln lässt man sich gerne nieder. Viele dekorative Elemente tragen zusätzlich zu einer entspannten Atmosphäre bei. Die liebevolle Dekoration des Hauses wird jahreszeitlich bestimmt. "Dekorieren ist fast schon ein Tick von mir, es hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt", sagt die Mittvierzigerin.

Die "Krabbe von Greetsiel" ist im rustikalen Landhausstil gehalten, der bei den Urlaubern sehr gut ankommt. Es ist besonders die fröhliche Stimmung, die gefällt. Dazu stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. "Wir kennen alle unsere Gäste mit Namen und unterhalten uns viel mit ihnen. Das kostet zwar Zeit, ist aber für uns sehr wichtig," verrät Elisabeth ihr Erfolgsrezept. "Uns geht es gut, wenn es unseren Gästen gut geht. Das liegt uns sehr am Herzen."

Die positive Lebenseinstellung der Hausherrin überträgt sich tatsächlich auf die Besucher des Hotels. Besonders stolz ist Elisabeth Stromann auf die vielen Stammgäste. "Über die Jahre haben sich da zum Teil wirklich echte Freundschaften entwickelt."

Auch wenn Lebenspartner Fred Klein ein wichtiger Bestandteil des Hotels ist, tritt er in seiner Bescheidenheit gerne mal einen Schritt zurück und betont ausdrücklich, dass das gesamte Erscheinungsbild des Hauses das Werk und das Ergebnis der Arbeit seiner Frau ist. "Ich verstehe mich hier mehr als Hausmeister und bin Mädchen für alles", definiert er seine Rolle.

Der Start in den Tag beginnt an den hübsch eingedeckten Tischen im Frühstücksraum. Dazu wird der Tee natürlich auf ostfriesische Art zelebriert, mit Kluntje, Sahne und Stövchen.

Das Hotel "Krabbe von Greetsiel" ist ein Haus, in dem man mit viel Herzlichkeit aufgenommen wird, hier kommt das Persönliche zum Tragen. Man kehrt gerne ein, auch wenn man auf Sauna, Wellness und Restaurant verzichten muss. Es ist eine kleine, charmante Herberge mit hohem Wohlfühlfaktor.