Kleine Fluchten: "Waldhof auf Herrenland" in Mölln

Familiäres Hotel auf einer verwunschenen Lichtung

Die Gäste fühlen sich wie zu Hause und wollen nach einem stillen Wochenende gar nicht mehr weg.

Die Wiese ist saftig und neigt sich abwärts zu den Bäumen, irgendwo in der Mitte steht eine Futterkrippe mit Heu. Ringsum ist stiller Wald. Wenn man in der Dämmerung aus dem Fenster blickt, ahnt man: Dies muss der Ort sein, an dem sich Fuchs, Reh und Hase "gute Nacht" sagen. Mitten auf dieser verwunschenen Lichtung steht das Hotel "Waldhof auf Herrenland", ein gemütliches Landhaus am Ende einer Allee.

Es ist ein Familienhaus. Francesca Rosenberger ist Inhaberin und Betreiberin des Hotels, in dem sich Groß und Klein gleichermaßen gut aufgehoben fühlen. Das Haus hat schon ihrer Mutter und, davor, ihrer Großmutter gehört, die 1957 hier den Hotelbetrieb eröffnete. Davor war es der Stammsitz einer niederländisch-deutschen Familie, den Eigentümern von Peek & Cloppenburg. Mitglieder dieser Familie fühlen sich auf Familienfeiern im Hotel wie zu Hause.

Wie ihnen geht es vielen Gästen, die nach einem stillen Wochenende eigentlich gar nicht wieder weg wollen. Seit Francesca Rosenberger das Haus übernahm, hat sie es behutsam renoviert, ohne dabei den alten Charme zu zerstören. Aufgewachsen ist sie zwischen dem "Waldhof" in Mölln und Venedig, wo ihr Vater Hotelier war. Mitgenommen hat sie das Beste aus beiden Welten. Wenn in einer lauen Sommernacht lange Tafeln auf der Wiese aufgebaut sind und die Gäste fröhlich plaudern, kommt eine mediterrane Stimmung auf.

Der "Waldhof" hat 17 Zimmer, darunter auch Familienzimmer mit drei oder vier Betten. Immer öfter finden im "Waldhof" große Feste statt, die von Francesca Rosenberger und ihrem freundlichen Team perfekt inszeniert werden. Dann können noch Zimmer im nur 800 Meter entfernten Apartmenthaus dazugemietet werden, damit auch alle Gäste unterkommen. Denn dies ist eine der Stärken des "Waldhofs": Hochzeiten, Familienfeiern, aber auch Tagungen, Seminare oder Lesungen finden hier einen ganz bezaubernden Veranstaltungsort.

Rund um die Lichtung gehört noch viel Land zum Hotel. Ein zehnminütiger Waldspaziergang führt an einen stillen See. Zurück im "Waldhof" ist der Gast mit gesundem Appetit im hervorragenden Restaurant gut aufgehoben. Frische Regionalküche, in der hauptsächlich Produkte aus der Umgebung verwendet werden, kommt auf den Tisch. Im Wald des "Waldhofs" sind jeden Mittwochnachmittag noch Jäger unterwegs. Auch Opa Rosenberger war Waidmann, und so steht Wild traditionell ganz oben auf der Speisekarte. Wer jedoch glaubt, hier ginge es nur herzhaft bis deftig zu, der irrt. Neben den köstlichen Wildspezialitäten (Rotwildbraten auf Wacholderrahmsauce mit Mandelbrokkoli und Kartoffelbällchen oder Fasanenbrust im Speckmantel) gibt es auch vegetarische Gerichte und Fisch.

Vom deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat der "Waldhof auf Herrenland" erst kürzlich vier Sterne verliehen bekommen. "Ich hatte mit drei Sternen gerechnet", gibt die Gastgeberin freimütig zu. "Die vier Sterne habe ich angenommen, auch wenn das eine hohe Vorgabe und Verpflichtung ist!" Das Hotel hat ganzjährig geöffnet. Beliebt ist es im Sommer wie im Winter - dann kommen die Sauna im Keller und das Kaminzimmer besonders zur Geltung.

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