Sylt im Winter ist etwas für Kenner. Jetzt trennen sich die Schönwettertouristen von den wahren Fans. Ein Strandspaziergang auf Sylt im Winter hat nämlich etwas Dramatisches.

Korrekt hätte es heißen müssen: Komm, wir gehen Fisch essen und lassen uns dabei von Haien beobachten. Meine Info war lediglich: Wir gehen Fisch essen. Dieser fehlende Zusatz steckt nun wie eine Gräte im Hals. Die ersten Bissen schmecken nach Angst und schlechtem Gewissen. Sehen die Haie, dass wir einen seiner Freunde verputzen? Sind sie neidisch und bekommen ebenfalls Hunger? Wie dick ist das Fenster, das Mensch und Fisch voneinander trennt? Die Titelmusik von „Der weiße Hai“ taucht in meinen Kopf ein, dreht ein paar Runden. Die Angsthasen-Attacke wird schließlich beendet durch einen knapp Zweijährigen. „Hallo! Hai!“, schreit er den unzähligen Zähnen entgegen und patscht beherzt an die Scheibe. Wäre er im Wasser, würde er Riff- und Zebrahai, die hier im Aquarium von Sylt ihre Runden drehen, mit Sicherheit umarmen.