Literatur-Tipp

„Der Fremde im Backtrog“: Erster Franzbrötchen-Krimi

Aufgespießt: Autor und Journalist Sören Ingwersen (46), studierter Germanist, Philosoph und Musikwissenschaftler, mag den süßen Krimi-Namensgeber

Aufgespießt: Autor und Journalist Sören Ingwersen (46), studierter Germanist, Philosoph und Musikwissenschaftler, mag den süßen Krimi-Namensgeber

Foto: (FREELENS Pool) Malzkorn / www.malzkornfoto.de

Es gibt ja so einige Attribute, mit denen Kriminalromane – speziell jene aus dem regionalen Sektor – etikettiert werden. Man denke an den Hinterm-Deich-Krimi, den Alpen-Krimi, den Katzen-Krimi, den Niederrhein-Krimi und, und, und. Kaum ein Landstrich und kaum eine Ortschaft, die nicht ihren eigenen Spannungsroman plakatieren würden.

Der Hamburger Autor Sören Ingwersen hat sich nun ein ganz eigenes Verdienst in die Vita geschrieben – er hat den ersten Franzbrötchen-Krimi zu Papier gebracht, gewiss ist es weltweit der erste. Franzbrötchen-Krimi? Da muss man erst mal draufkommen. Allerdings – das schmale Werk ist im Franzbrötchen-Verlag erschienen, da ist das Etikett wohl fast schon Pflicht.

„Der Fremde im Backtrog“ hat Ingwersen seinen im Hamburg des Jahres 1815 angesiedelten Roman genannt. Es ist ein ungemütlicher Novembermorgen, als Bastian Plüsch seine Backstube betritt. Wie so oft hadert er mit seinem eher ereignislosen Leben und wünscht sich hinaus aus dieser schlichten Welt der Plackerei, dorthin, wo Abenteuer, Lust und Liebe warten. In gewisser Weise wird Plüsch an diesem Morgen sein Wunsch erfüllt, denn dass ein Mann, ein Toter zumal, in seinem Backtrog liegt, das kommt wahrlich nicht alle Tage vor. Nun ist es zudem ein eigenartiger Geruch, der Plüschs Interesse weckt: Aus dem Mund des Mannes tropft eine träge Masse auf den Boden der Backstube – und diese Masse riecht nach Zimt. Dass Plüsch mit seiner Entdeckung aus der Backstube quasi direkt in Teufels Küche gelangt, ahnt er zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Und am Ende dieser wunderlichen Geschichte, da wird sogar noch mit einem elektrischen Stromschlag die Liebe zum Leben erweckt…

„Der Fremde im Backtrog“ ist ein flott und elegant geschriebener Roman, mit viel Liebe zum erzählerischen und sprachlichen Detail und kleinen geglückten Volten. Und wenn Erkki Hopf, die komödiantische Ikone des Ohnsorg-Theaters, am heutigen Mittwoch in Anwesenheit des Autors im Ohnsorg-Studio daraus liest, dürfte ein besonders vergnüglicher Abend garantiert sein. Vielleicht gibt es ja auch Franzbrötchen.

Erkki Hopf liest aus „Der Fremde im Backtrog“ Mi 15.3., 17.30 Uhr, Ohnsorg-Studio, Heidi-Kabel-Platz 1, Eintritt frei Sören Ingwersen beim „Literatur-Quickie“ So 26.3., 16 Uhr, Restaurant Tafelspitz, Eintritt 6 Euro Sören Ingwersen liest Do 30.3., 19.30 Uhr, Bücher & Co., Winterhuder Marktplatz, Eintritt 10 Euro