Klassik-Tipp

Klassik der komischen Natur mit der MozART group

 Die MozART Group macht beinahe schon Musikkabarett

Die MozART Group macht beinahe schon Musikkabarett

Foto: COPYRIGHT BY WWW.MOZARTGROUP.NET

Wer glaubt, die Zeit der Neujahrskonzerte sei in der zweiten Januarwoche vorbei, der irrt. Und diejenigen, die Klassik und weitere Genres als Zuhörer nicht immer ganz ernst nehmen, sich aber dennoch an hoch versierten Musikern erfreuen wollen, dürften bei der MozART group auf ihre Kosten kommen. Das Quartett spielt an diesem Dienstag sein neues ­Programm „MozART travels“ in der Laeiszhalle.

Ähnlich wie die jüngst dort gastierende komische Combo Blechschaden oder Klavier-Solisten wie Joja Wendt, Hans Liberg und Bodo Wartke gleicht das künstlerische Metier der MozArt group fast schon Musikkabarett. Das Motto der befrackten Herren heißt zwar „Classic meets Comedy“; mit ihrem Crossover sind die weltweit tourenden vier polnischen Musiker indes gewissermaßen die männliche Antwort auf Salut Salon, das international mindestens so erfolgreiche charmant-gewitzte Hamburger Damenquartett.

1995 hatte sich die MozArt group aus Absolventen der Musikakademien Warschau und Lodz gegründet. Zwei Jahre später gewann sie gleich bei ihrem ersten Wettbewerb junger polnischer Kabarettisten in Krakau den Hauptpreis. Nach einigen Jahren lokaler Bekanntheit reicht der Ruhm des Streichquartetts mit der Neigung zum Faxenmachen inzwischen weit über Polens Grenzen hinaus. Auch in Japan, China und in den USA hat sich die MozArt group Fans erspielt. Die Komödianten sind zwar stets im Namen Mozarts unterwegs, setzen aber auch auf die Kraft musikalischer Anspielungen und vertrauen auf minimalistischen Slapstick. So mutiert während der „Kleinen Nachtmusik“ der erste Geiger Filip Jaslar schon mal zum Country-Fiddler mit entsprechend modifizierter Begleitung der Kollegen Michal Sikorski (zweite Violine), Pawel Kowaluk (Viola) und Boleslaw Blaszczyk (Cello).

Und eine Art „Geige spielen für Dummies“ gehört fast regelmäßig zum Programm: Bei jener wortlosen Nummer mit Publikumsbeteiligung streift Jaslar durch die Zuschauerreihen, holt eine Freiwillige auf die Bühne, staffiert sie mit einer Frackjacke aus, legt seine Geige auf ihre linke Schulter, platziert ihre linke Hand am Griffbrett, kümmert sich um ihre Bogenhand – bis der Anfang der Melodie „One Note Samba“ erklingt.

Das hat die MozArt group so auch schon mit Bobby McFerrin veranstaltet – der die „One Note Samba“ anschließend selbst sang. Der US-amerikanische Vokalkünstler („Don’t Worry, Be Happy“) ist in Hamburg zwar heute nicht auf der Bühne zu erwarten, die Laeiszhallen-Besucher sollten aber auch ohne den US-Star ihren Spaß haben. Vorausgesetzt, sie lassen sich bei der Reise mit Mozart auf den Humor der vier polnischen Musik-Comedians ein.

„MozART travels!“ Di 10.1., 20 Uhr, Laeiszhalle, Johannes-Brahms-Platz, Karten ab 18,70 Euro im Vorverkauf und 21 Euro an der Abendkasse