Festival-Tipp

Entdeckungen bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen

„Die Mitte der Welt“: Sabine Timoteo spielt Glass, die junge Mutter die 17-jährigen Phil (Louis Hofmann) in der Verfilmung des Romans von Andreas Steinhöfel

„Die Mitte der Welt“: Sabine Timoteo spielt Glass, die junge Mutter die 17-jährigen Phil (Louis Hofmann) in der Verfilmung des Romans von Andreas Steinhöfel

Foto: Universum Film

Bereits zum 27. Mal gehen die Lesbisch Schwulen Filmtage in diesem Jahr über Hamburger Leinwände, und bei allem Wandel bleibt das Ziel der Organisatoren doch stets gleich: „Wir möchten ein Ort sein, an dem Geschichten entstehen und Bilder gezeigt werden, die ansonsten im Alltag außerhalb der Filmtagewoche nicht so häufig vorkommen“, heißt es im Programmheft.

Und so gibt es in der Tat an den sechs Festivaltagen viel zu entdecken. Spielfilm und Dokumentationen aus aller Welt, aber auch Programme mit Kurzfilmen etwa aus Pakistan. Kein Mainstream-Programm, aber eines, das sich ganz unabhängig von der eigenen sexuellen Orientierung lohnt. Das fängt schon mit dem Eröffnungsfilm „Kiki“ (18.10., 19.30 Uhr, Kampnagel) an, der die New Yorker Szene der Vogue-Tänzer beleuchtet, faszinierende Choreographien zeigt und darüber hinaus mit einem mitreißenden Soundtrack punktet. Stark auch die Dokumentation „Transit Havana“ (20.10., 20 Uhr, Passage), in der zu sehen ist, wie sich Mariela Castro, die Tochter von Staatspräsident Raúl Castro, auf Kuba für Transgender-Rechte einsetzt. Eine interessante Rückschau verspricht „Die Ritterinnen“ (22.20, 15 Uhr, B-Movie) über eine feministisch-linksradikale WG im Berlin der 80er-Jahre.

Natürlich lohnt sich auch das Spielfilm-Programm, das etwa mit der Liebesgeschichte „Quand on a 17 ans“ (23.10., 14.30 Uhr, Passage) von Frankreichs Regie-Altmeister André Téchiné punktet. Ebenfalls mit Spannung erwartet: Die Verfilmung von Andreas Steinhöfels Roman „Die Mitte der Welt“ (22.10., 17.15 Uhr, Passage), eine starke Coming-of-Age-Geschichte mit Louis Hofmann, Sabine Timoteo und Ada Philine Stappenbeck in den Hauptrollen.

Ob Produktionen aus Italien oder Israel, aus Chile oder Vietnam: Bei den Lesbisch Schwulen Filmtagen lassen sich wieder einmal zahlreiche cineastische Entdeckungen machen. Und ins Archiv wird traditionell auch gestiegen: mit Marcel Varnels 1934 gedrehter Mädchen-verkleidet-sich-als-Junge-Komödie „Girls Will Be Boys“ (23.10., 11 Uhr, Metropolis).

Lesbisch Schwule Filmtage Di 18.10. bis 23.10., auf Kampnagel, im Passage, Metropolis, B Movie, 3001 und in der Roten Flora; Karten zu 8,50, 7,50 und 6,50 Euro in den Kinos; Eröffnung: 15, ermäßigt 13 Euro