Ausstellungs-Tipp

Hirsche mit modernem Anstrich von Harold Faltermeyer

„Deutsch Amerikanische Freundschaft“ nennt Faltermeyer sein Dyptichon

„Deutsch Amerikanische Freundschaft“ nennt Faltermeyer sein Dyptichon

Foto: Udo Lindenberg & more

„Bayerische Berghirsche an der Elbe, das ist einfach so abgefahren, das passt“, sagt Harold Faltermeyer und blickt mit bereitem Grinsen auf ein Gemälde an der Wand. In der Mitte der Leinwand ist ein neongelb-farbenes Geweih auf grauflächigem Hintergrund platziert. Der Künstler des Gemäldes: Faltermeyer selbst. Der Münchner Komponist, der für Blockbuster wie „Beverly Hills Cops“ oder „Top Gun“ unvergessliche Titelmelodien schuf, zeigt in einer Ausstellung in der Udo Lindenberg & more Galerie 25 Werke, die allesamt das Hirsch-Motiv im Pop Art-Stil vereint.

Bereits als Kind hat Faltermeyer gemalt, sein Vater hat ihm das Zeichnen gelernt. Heute nimmt der 63-jährige Erfolgskomponist und Grammy-Preisträger zur Beruhigung Pinsel und Farben in die Hand: „Bei der Musik muss man viele Sachen gleichzeitig im Kopf haben. Malen ist da das pure Gegenteil. Keiner drängt mich, ich kann mir Zeit lassen.“ Scheinen die Waldbewohner für norddeutsche Begriffe ein ungewöhnliches Motiv, haben sie auf Faltermeyers Leinwände ganz selbstverständlich Platz gefunden. Sie sind zu seinem Wegbegleiter geworden. Als leidenschaftlicher Jäger habe er das Wild oft während der Jagd gezeichnet, erzählt der Komponist. Für das Kunstprojekt „Kunstadventskalender“ seiner Lebensgefährtin Birgitt Wolff, das 2013 auch in Hamburg Station machte, sei der erste Pop Art-Hirsch entstanden. „Der vielgemalte röhrende Brunfthirsch ist nicht meins“, sagt Faltermeyer. Mit leuchtendem grün, gelb und rot bekommt das Kitsch-Motiv ein neues Aussehen. Neon sei eine hochinteressante Farbe, die in verschiedenen Lichtverhältnissen immer wieder anders wirke, erklärt der Hobbymaler, der als Vorbilder Größen der Pop Art wie Roy Lichtenstein oder Tom Wesselmann nennt.

Außer den Geweihen, deren Pendants in Faltermeyers Jagdstube an der Wand zu finden sind, haben es auch Exemplare lebendiger Natur in die Sammlung geschafft - darunter zwei „Platzhirsche“, die mit USA- und Deutschland-Schal um den Hals die deutsch-amerikanische Freundschaft symbolisieren – und für Faltermeyers Leben zwischen zwei Welten stehen. Ein Thema, mit dem sich auch seine jüngst erschienene Autobiografie „Grüß Gott, Hollywood – Mein Leben zwischen Heimat und Rock’n’Roll“ beschäftigt.

„Sie sind cool, sie sind anders“, sagt Angela Walentowski über die Pop Art-Hirsche, „bei den grellen Farben kommt Hollywood durch.“ Die Galeristin zeigt in der Europa Passage Gemälde von Udo Lindenberg, Armin Mueller-Stahl, Otto Waalkes und Frank Zander. Faltermeyer reihe sich mit seinen Gemälden perfekt ein, so Walentowski.

Auf der Jagd sei er nur noch selten, erzählt Faltermeyer. Seit einiger Zeit habe er ein neues Hobby: Fliegenfischen. Wie machen sich eigentlich neonfarbene Fische auf einer Leinwand?

Harolds Hollywood Hirsche“ Di 11.10., 10.00 bis 20 Uhr, Udo Lindenberg & more Galerie in der Europa Passage, 2. Obergeschoss, Ballindamm 40, Eintritt frei; die Ausstellung läuft bis zum 16.10., montags bis sonnabends von 10 bis 20 Uhr