Fest-Tipp

Bunte Kultur belebt den Lohsepark in der HafenCity

Y’akoto, die eigentlich Jennifer Yaa Akoto Kieck heißt, singt am Wochenende auch im Lohsepark

Y’akoto, die eigentlich Jennifer Yaa Akoto Kieck heißt, singt am Wochenende auch im Lohsepark

Foto: dpa Picture-Alliance / Jazz Archiv Hamburg/HS / picture alliance / Jazzarchiv

Vor fast zwei Jahrzehnten stellte Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister Henning Voscherau die „Vision HafenCity“ als Rückkehr der Innenstadt ans Wasser vor. Vor 13 Jahren wurde am Großen Grasbrook das erste Gebäude bezogen. Doch die HafenCity soll nicht länger nur dank Glas und Beton im Sonnenlicht glänzen: An diesem Wochenende wird mit dem Lohsepark die größte zusammenhängende Grünfläche (4,4 Hektar) in Hamburgs jüngstem Stadtteil eingeweiht – mit dem Fest „Stadt.Park.Fluss“ und mit Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Trotz des freudigen Ereignisses dürfte er bei der offiziellen Eröffnung (Sonnabend, 13 Uhr) an die Vergangenheit des Lohseparks erinnern: Hier stand früher der Hannoversche Bahnhof, von dem aus zwischen 1940 und 1945 fast 8000 Juden, Sinti und Roma deportiert wurden. Führungen, Gesprächsrunden, Lesungen und Musik sollen alten und jungen Besuchern auch die Geschichte dieses Orts näherbringen.

Etwas für Ohren und Augen sowie zum Tanzen wird auf gleich vier Bühnen geboten. Höhepunkte auf der Bühne im Park dürften an diesem Sonnabend um 20 Uhr der Auftritt von Y’akoto werden: Die Hamburger Sängerin mit ghanaischen Wurzeln, die im vorigen Sommer auf der Stadtparkbühne begeisterte, gilt als Begründerin des Genres Soul Seeking, einer Mischung aus Folk, Pop und Singer-Songwriter-Soul mit Afro-Approach. Ihr etwa einstündiges Konzert gibt es diesmal ebenso für lau wie zuvor ab 18 Uhr Rap und Soul von Finna sowie Indie-Pop von Joco. Besonderen akustischen Genuss bietet ebenfalls die Gypsy-Swing-Band Danube’s Banks ab 20.15 Uhr auf der Lohseplatz-Bühne.

Musik und Theater stehen auch am Sonntagnachmittag auf dem Programm. Ab 17 Uhr kommt eine „Wortflut“ über die Besucher: So heißt der Poetry Slam mit dem Label Kampf der Künste vor der Kulisse des Magdeburger Hafens. Treppenstufen werden zur Tribüne, die Promenade wird zur Arena, wenn gereimt, geschüttelt, gelauscht und gewertet wird. Bei Regen ergießt sich die „Wortflut“ im Nachhaltigkeitspavillon (Osakaallee 9).

An beiden Tagen lädt der Lohsepark alle Hamburger, ob Groß oder Klein, durchgehend zum Entdecken bei Sport, Spiel oder Parkführungen – vor 20 Jahren völlig undenkbar.

„Stadt.Park.Fluss“ Sa 9.7, 13 bis 21 Uhr, So 10 bis 19 Uhr, Lohsepark, Störtebeker Ufer am Magdeburger Hafen/Osakaallee, Eintritt frei