Festival-Tipp

Internationales KurzFilmFestival: 300 Filme aus 40 Ländern

Szene aus Thomas Kneffels Kurzfilm „Rrring Rrring!“

Foto: KURZ FILM AGENTUR HAMBURG

Szene aus Thomas Kneffels Kurzfilm „Rrring Rrring!“

Es ist eine Veranstaltung für Neugierige, Genießer und cineastische Trüffelschweine. Am heutigen Dienstag wird das Internationale KurzFilmFestival Hamburg (IKFF) eröffnet. Schon zum 32. Mal kommt die Filmwelt der Kurzen in Hamburg zusammen.

Gezeigt werden 300 Filme aus über 40 Ländern. Wer da richtig eintauchen will oder kann, darf sich beinahe sicher sein, so ganz nebenbei wichtige Filmemacher von morgen gesehen zu haben, denn fast alle Großen haben mit den Kurzen angefangen.

Das Programm ist üppig, mit vielen Klassikern und einigen Spezialitäten gespickt und auf folgende Spielstätten verteilt: Das Festivalzentrum ist in der Halle 5 im Kolbenhof, Friedensallee 128. Der ist schon allein deshalb einen Besuch wert, weil womöglich im kommenden Jahr die pittoreske Industriebrache abgerissen und durch Wohnhäuser ersetzt werden soll.

Weitere teilnehmende Kinos sind das Zeise, Metropolis, Lichtmeß, B-Movie, 3001 und der Filmraum, Müggenkampstraße 43.

Ein besonderer Gast ist in diesem Jahr der US-Animationsfilmer Dustin Grella. Vor vier Jahren gewann er beim IKFF den Publikumspreis im NoBudget-Wettbewerb. In diesem Jahr hat er den Trailer für das Festival gebastelt und wird sich bei der Arbeit über die Schulter schauen lassen. Er hat sein New Yorker Studio nachbauen lassen, das Ergebnis steht auf dem Festivalgelände, dem Kolbenhof.

Man kann Grella unter der Hamburger Nummer T. 79 76 91 47 eine Idee auf den Anrufbeantworter sprechen. Daraus macht der Künstler dann vor Ort einen Film. Einen pro Tag und jeweils eine Minute lang. Man kann ihm täglich ab etwa 11 Uhr bei der Arbeit zusehen. Auf kleinen Monitorstationen, die auf dem Gelände verteilt sind, werden dann die Ergebnisse gezeigt.

Eine weitere Reihe mit dem schönen Titel "Ahnen" widmet sich dem filmischen Alltag der DDR. Mit etwas zeitlichem Abstand dürfte es besonders reizvoll sein zu sehen, wie die Filmer damals ihren Spagat hinbekamen: Staatlich gefordert war es, ein positiv-optimistisches Bild des Arbeiter- und Bauernstaates zu zeigen. Die gesellschaftliche Realität sah dagegen oft ganz anders aus. Wie sieht die Kunst aus, die unter solch schwierigen Rahmenbedingungen entsteht?

Weitere Reihen zeigen das Leben der indigenen Bevölkerung in Quebec und widmen sich dem avantgardistischen Videokünstler Rainer Kohlberger.

Das IKFF wird heute um 19.30 Uhr im Zeise eröffnet. Zahlreiche Begleitveranstaltungen finden besonders am kommenden Wochenende statt. Am kommenden Sonntag endet das Festival mit der Preisverleihung um 20 Uhr im Festivalzentrum, Halle 5, und mit der Preisträgerrolle, die am selben Tag um 22 Uhr dort im Kompressorhaus und am Montag um 19.30 Uhr im Zeise 2 gezeigt wird.

Internationales KurzFilmFestival Di 31.5 bis Mo 6.6., Eröffnung Di 19.30, Zeise, Friedensallee 7-9, Einzeltickets 7 Euro in den Kinos oder werktags unter T. 391 06 31 34

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