Ausstellungs-Tipp

Heinrich Heines Freundinnen, Geliebte und Verehrerinnen

Heines royale Verehrerin Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi)

Heines royale Verehrerin Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi)

Foto: Wien Museum

Als der junge Mann 1816 nach Hamburg kam, um im Bankhaus seines Onkels eine Lehre anzutreten, hatte er kein Glück bei den Frauen. Unsterblich verliebte sich Heinrich Heine in seine Cousine Amalie, die die Gefühle des an Geschäftsdingen völlig desinteressierten, dafür aber von Poesie erfüllten Jünglings nicht erwiderte. Wahrscheinlich wäre der Dichter ein wenig getröstet gewesen, wenn er damals schon geahnt hätte, wie groß seine Ausstrahlung auf Frauen einmal sein würde. Dank seiner Lyrik wurde Heinrich Heine bei zahlreichen hochgebildeten Salon-Frauen und Schriftstellerinen enorm populär.

Um dieses Thema geht es in der neuen Ausstellung „Salonfähig. Frauen in der Heine-Zeit“, für die das klassizistische Jenisch Haus den passenden Rahmen bietet. Die Schau, die in Kooperation mit dem Heinrich Heine Institut Düsseldorf und dem Heine-Haus Hamburg konzipiert wurde, stellt mit originalen Handschriften, Büchern, Bildern, aber auch mit zeitgenössischen Accessoires und Kleidungsstücken die vielfältigen und dabei durchaus sehr unterschiedlichen Verbindungen dar, die der Poet, der zugleich ein Meister der Ironie und des Spottes war, zu Freundinnen, Geliebten, Förderinnen und Verehrerinnen unterhielt. Eine prägende Rolle spielte Heines Mutter Betty, die 1858 starb und deren Grab sich heute in Hamburg auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf an der Ilandkoppel befindet. Betty war sehr um das berufliche Fortkommen ihrer Kinder bemüht, für Harry, wie der Dichter eigentlich hieß, hatte sie zunächst eine kaufmännische und später eine juristische Karriere vorgesehen. Die größte Angst habe sie, notierte Heine, „dass ich ein Dichter werden möchte; das wäre das Schlimmste, sagte sie immer, war mir passieren könne.“ Obwohl dieser „schlimmste Fall“ schließlich eintrat, blieb das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn zeitlebens eng und herzlich, was sich auch an der brieflichen Verwendung von Kosenamen zeigt. „Mausel“ nannte der Dichter seine Mutter, oder „Du alte, süße Katze“.

Derlei Vertraulichkeiten hätten sich bei Heines berühmtester Verehrerin von vornherein verboten. Kaiserin Elisabeth von Österreich, gern auch Sisi genannt, schrieb schon als junges Mädchen Gedichte und schätzte Heines Lyrik ungeachtet aller Anfeindungen so sehr, dass sie ihn „Meister“ nannte. Sie war es auch, die auf Korfu eine Heine-Denkmal errichten ließ, das später nach Hamburg kam, während der NS-Zeit jedoch nach Toulon versetzt wurde, wo es sich noch heute befindet.

Salonfähig. Frauen in der Heine-Zeit bis 23.10., dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr, Jenisch Haus, Baron Voght-Straße 50, Eintritt 5,50 Euro, ermäßigt 3,70, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren