Festival-Tipp

„Arabesques“: Das Festival für Frankreich-Liebhaber

Typisch für das Ensemble Variances sind Programme, in denen sich Raum, Bewegung und Musik begegnen und austauschen

Typisch für das Ensemble Variances sind Programme, in denen sich Raum, Bewegung und Musik begegnen und austauschen

Foto: Michel Pellaz

Französische Kunst und Kultur beginnt bei Musik, Spiel und Tanz und endet bei Rotwein, Lebensart, Design. Bei unseren französischen Nachbarn ist eigentlich alles Kunst. Vom 22. Januar bis zum 27. Februar laden Barbara Barberon-Zimmermann, Journalistin, Übersetzerin, Lektorin und frankophil aus Überzeugung und ihr Ko-Kurator Nicolas Thiébaud bereits zum fünften Mal zu ihrem mit hohem Engagement aufgebauten deutsch-französischen Kulturfestival „Arabesques“.

Das von der Kulturbehörde und zahlreichen Förderern unterstützte Festival widmet sich ausgehend von Hamburg als Auswandererstadt um 1900 aktuellen Fragen nach Heimat und Exil, Identität und Zugehörigkeit innerhalb einer freiheitlichen Gesellschaft. Am 22. Januar, jenem Tag, an dem der Elysée-Vertrag unterzeichnet wurde, wird das Festival mit der Uraufführung von „La voie de la beauté“ von Thierry Pécou feierlich eröffnet. Die Komposition für zwei Sängerinnen und Instrumentalensemble, hier aufgeführt von dem renommierten Neue-Musik-Ensemble Variances, ist der Prolog einer für 2018 geplanten Oper. Der Titel ist angelehnt an die heilenden Gesänge der Navajo-Indianer. Pécou, ein weit gereister Komponist, der sich in seiner Arbeit von einer Vielzahl von Künsten, wie Musik, Theater und Tanz inspirieren lässt, vereint hier Gesangsrituale aus Europa und Amerika, vom Mittelalter bis zur Neuzeit, um von Heilungsprozessen in einer Gesellschaft zu erzählen.

Zahlreiche Programmpunkte widmen sich naturgemäß der französischen Chanson- und Salonkultur. Zu einem besonderen Salon Français lädt am 23. Januar die Schauspielerin und Sängerin Véronique Elling. Bei ihr treten die Festivalgäste aus Musik und Schauspiel auf in einer Mischung aus Konzert und Talk. Um Liebe in Zeiten des Krieges geht es in „Papy Belle Epoque und Schützengräben“ in der Regie von Géraldine Hélène Schramm mit wiederum Elling als Darstellerin am 27. Januar im Monsun-Theater. Der bekannteste aller Chansonniers, Jacques Brel, war zwar Belgier, doch seine Musik passt zu Frankreich wie Baguette und Käse. In seinem Liederprogramm wird Eckart Breitschuh gemeinsam mit dem Pianisten Greg Baker Brels Chanson-Klassiker in deutscher Sprache präsentieren.

Schönheit und Lebensart können Besucher während der Festivallaufzeit bei den „French Design Weeks“ mit Designklassikern von der Seine im Designcenter bewundern.

„Arabesques – 5. Deutsch-französisches Kulturfestival“ Fr 22.1. bis 28.2., Infos und Karten von 7 bis 22 Euro