Gastronomie

Warum so viele Restaurants im Norden Winterpause machen

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Sophie Laufer
Romantisch direkt an der Schlei liegt das Fährhaus Missunde – hier ein Bild aus dem Sommer. Das Restaurant hat an den Wochenenden geöffnet.

Romantisch direkt an der Schlei liegt das Fährhaus Missunde – hier ein Bild aus dem Sommer. Das Restaurant hat an den Wochenenden geöffnet.

Foto: Andreas Laible

Viele Lokale zwischen Eckernförde und Flensburg haben geschlossen. Andere sind bewusst weiter für Gäste da.

Glücksburg.  Norddeutschlands Gastronomie macht Pause: Viele Restaurants zwischen Eckernförde und Glücksburg haben in diesen Wochen geschlossen. Für die einen ist es die jährliche Winterpause, die coronabedingt hier und da etwas länger ausfallen wird. Andere haben auf Grund der 2G+-Regelung vorerst ihre Läden dicht gemacht. Wie beispielsweise die Restaurants des Hamburger Ehepaars Yvonne und Christoph Koeppen in Glücksburg. „Wir werden das Gudlak und das Hotel Intermar bis Ende Januar schließen“, sagt Yvonne Koeppen dem Abendblatt. Grund seien die Auswirkungen der Omikron-Welle und die neuen 2G+Regelungen des Landes. „Ein Betrieb macht so im Moment einfach keinen Sinn.“

Restaurants im Norden: Buchungen in den Lodges angezogen

Anders sehe das in den Lodges des „Glück in Sicht“ aus, die das Ehepaar einige Kilometer weiter die Küste entlang betreibt. „Hier sind die Gäste unter sich, das wissen viele gerade in diesen Zeiten sehr zu schätzen.“ Die Buchungen für die Lodges seien in der Pandemiezeit noch einmal angezogen, so Yvonne Koeppen. Deshalb würden diese auch weiter für die Gäste offen gehalten. Passend dazu wird auch ihr Restaurant Glückselig direkt an der Flensburger Förde wieder öffnen. Allerdings vorerst nur an diesem Sonnabend und Sonntag. „Durch die Zeugnisferien sind die Lodges sehr gut gebucht und wir möchten unseren Gästen die Möglichkeit bieten, vor Ort zu essen“, so Koeppen. In der Woche mache eine Öffnung derzeit allerdings erst einmal keinen Sinn.

Auch die Hafenküche um die Ecke in Flensburg direkt am Hafen hat derzeit geschlossen. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, aber angesichts der aktuellen Lage und der damit verbundenen Ungewissheit, werden wir die Hafenküche bis voraussichtlich Ende Januar erst einmal geschlossen halten“, heißt es dazu auf der Facebook-Seite des Restaurants. Die Zeit wolle man nutzen, um den Laden „wieder ein bisschen aufzuhübschen“.

Geöffnete Läden in Kappeln relativ leer

In Kappeln am Hafen bleibt das Tauwerk ebenfalls erst einmal bis Ende Januar zu. „Wir werden mindestens bis Ende Januar leider Betriebsferien machen“, sagt Inhaber Michel Helmchen. Eigentlich plane er, im Februar wieder zu öffnen. „Aber derzeit ist hier oben gerade abends wirklich nichts los. Da wissen wir noch nicht, ob sich der Betrieb auch lohnt.“ Die wenigen Läden in der Stadt, die geöffnet seien, so seine Beobachtung, „sind relativ leer“. Seine Vermutung ist, dass hier die allgemeine Winterflaute und die Corona-Pandemie zusammenkommen. „Also werden wir vermutlich erst spontan entscheiden, ob und wann wir wieder öffnen.“

Für Hendrik Kleist, Inhaber des Une­watt, steht der Eröffnungstermin hingegen schon fest. „Wir werden definitiv Anfang Februar weitermachen“, sagt er. Die Schließung im Januar sei der lange geplante Urlaub gewesen. Das habe mit der Pandemie nichts zu tun. Trotz der schärferen Richtlinien werde er im kommenden Monat wieder ganz regulär Gäste empfangen. „Wir sind guter Dinge, dass das auch funktioniert.“ Ohnehin sei sein Restaurant keines, in das die Gäste spontan gehen würden. „Die meisten reservieren länger im voraus und wissen damit auch, was zu tun ist.“ Auch deshalb hätten sich seine Einbußen in den letzten Wochen des vergangenen Jahres in Grenzen gehalten. „Wir sind eigentlich sehr zufrieden.“ Zumal geboosterte Männer und Frauen auch ohne einen weiteren Test in das Restaurant kommen dürften. „Und da immer mehr Menschen mittlerweile geboostert sind, stellt 2G+ für viele kein Hindernis mehr da.“

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Einige Läden werden bewusst offen gehalten

Einige Gastronomen halten ihre Läden sogar ganz bewusst offen. Wie beispielsweise das Fährhaus Missunde direkt an der Schlei. „Hier in der Gegend scheinen wir eines der wenigen Restaurants zu sein, das offen hat“, sagt die Inhaberin und Geschäftsführerin Birgit Albert. „Und die Menschen brauchen ja einen Ort zum Einkehren.“ Allerdings, so Birgit Albert, öffne sie das Restaurant mit ihrem Team nur von Freitag bis Sonntag. Das Angebot werde gut angenommen. Viele Kunden seien dankbar für den Service. Von überall her würden Besucher kommen, ob für einen Ausflug oder auf der Durchreise, „Wir haben hier den Kamin an, damit es bei dem ganzen Lüften nicht zu kalt wird. Das macht es wirklich gemütlich.“ Die vier Suiten, die zu dem Haus gehören, seien auch in der Woche buchbar. „Und am Wochenende sind die eigentlich sogar im Januar immer wieder ausgebucht gewesen.“ Die Menschen würden einfach hin und wieder einmal raus wollen, so ihr Eindruck.

Aus diesem Grund bleibt auch das Strandhotel in Glücksburg derzeit geöffnet. „Wir wollen den Gästen die Möglichkeit geben, ans Meer zu fahren“, sagt der Generaldirektor des Hotels, Dieter Haas. Zumal das Hotel viele Stammgäste habe. „Wir zeigen damit, dass wir da sind.“ Das sei nach der Schließung im vergangenen Jahr besonders wichtig. „Auch wenn es wirtschaftlich betrachtet sicherlich nicht immer richtig ist.“ Aus diesem Grund bleibe das Restaurant des Hotels auch die ganze Woche über offen.

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