Abendblatt-Lieblingsmenü

Norddeutsche Klassiker und asiatische Aromen

| Lesedauer: 8 Minuten
Vanessa Seifert (Text) Roland Magunia (Fotos)
Gastgeber beim Lieblingsmenü: Melinda und Martin Weichelt vom weissen Haus an der Elbe.

Gastgeber beim Lieblingsmenü: Melinda und Martin Weichelt vom weissen Haus an der Elbe.

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Klein, aber fein: Das weisse haus an der Elbe serviert beim Abendblatt-Lieblingsmenü Ochsenbäckchen und Sashimi vom Thunfisch.

Hamburg. Das weisse haus an der Elbe, das sich in der Schreibweise ein wenig und in der Dimension ein kleines bisschen mehr vom berühmten Sitz des amerikanischen Präsidenten am Potomac River unterscheidet, hebt sich in einer anderen Kategorie entscheidend ab: Man setzt auf Kontinuität.

Melinda und Martin Weichelt, die seit Juni 2019 als „first couple“ das kleine, aber feine Restaurant regieren, wurden wiedergewählt: In der 18. Staffel des Lieblingsmenüs, einer der erfolgreichsten und beliebtesten Aktionen das Hamburger Abendblatts, sind sie erneut dabei. „Das gesamte Team freut sich, dass wir die Lieblingsmenü-Gäste wieder mitnehmen dürfen auf eine Reise, die Europa und Asien verbindet“, sagt Küchenchef Martin Weichelt.

Fusion norddeutscher und japanischer Einflüsse

Die Fusion norddeutscher und japanischer Einflüsse zeichnet auch schon die Vorspeise aus: Serviert wird ein cremiges Lauchsüppchen mit Kabayaki, also mit gegrilltem und angeräuchertem Aal. Ein Genuss! Denn zu den Grillaromen passen die leicht süßliche, japanische Sauce und die gepickelte Birne perfekt. Nach frischen Äpfeln und reifer Aprikose duftet der Riesling Spätlese trocken „Alte Reben“ (2019) vom Weingut Hauck in Rheinhessen, den die Kenner von Rindchen’s Weinkontor zum Auftakt ausgewählt haben.

Im zweiten Gang wird ein „Renner“ serviert, wie Melinda Weichelt das unangefochtene Lieblingsgericht der Stammgäste nennt: butterzartes Sashimi vom Thunfisch, der von allen Seiten scharf angebraten wurde, mit Quitten-Sake-Nussbutter, einer asiatisch interpretierten Version der klassischen Beurre Blanc, wie man sie aus der französischen Küche liebt, dazu Hummermayonnaise und ein Gurken-Ingwer-Salat, der Frische und Schärfe perfekt ausbalanciert. „Das ist uns ganz gut gelungen, glaube ich“, sagt Martin Weichelt und betont die Teamleistung in Küche und Service. Im Glas passt dazu der Verdicchio dei Castelli di Jesi „Via Condotto“ (2019) von der Tenuta Musone in Marken. Der Mittelitaliener erinnert an einen Tag am Meer und begleitet mit seiner lebhaften Fruchtigkeit den Fischgang.

Mediterran geht es dann auch weiter, denn im dritten Gang setzt das Küchenteam auf einen Klassiker der italienischen Küche. Gereicht wird Pastasotto, also Risotto aus reisähnlichen Nudeln, die ihren Geschmack aus dem Scamorza ziehen. Denn der (in diesem Fall geräucherte) Kuhmilchkäse, verwandt mit dem bekannteren Mozzarella, bringt eine angenehm pikante Note mit, die durch das Räuchern noch mehr Kraft entwickelt. Schmeckt, verfeinert mit saurer Sahne, herrlich schlonzig, und man kann sich vorstellen, dass man davon schnell glücklich satt werden könnte. Passenderweise bringt dann auch der 2019er Chardonnay „Le Confidentiel“ von Joseph Castan aus dem Languedoc-Roussillon in Frankreich viel Schmelz mit. Fruchtstark, mit dem Aroma von Pfirsich und Blüten, muss er sich vor dem kräftigen Gang nicht verstecken.

Klassiker: Zwölf Stunden geschmorte Ochsenbäckchen

Im Hauptgang dürfen sich die Gäste in dem puristisch-modern gestalteten Gastraum, dessen Wände wechselnde Werke der Hamburger Künstlerin Friederike von Vultejus schmücken, auf einen wahren Klassiker der deutschen Küche freuen. Martin Weichelt hat sich in seinem aktuellen Lieblingsmenü für zwölf Stunden (!) im eigenen Fond geschmorte Ochsenbäckchen entschieden, die mit Rote-Bete-Reduktion serviert werden, die übrigens aus Bio-Demeter-Saft hergestellt wird. Dazu gibt es Zweierlei vom Blumenkohl, Püree und gebratene Röschen. Und Achtung, wenn Sie die Kartöffelchen aufschneiden! Das sind nämlich gar keine, sondern als Kartoffeln getarnte Cidreäpfel ...

So sind Sie dabei:

  • Das Abendblatt macht den Weg zum Lieblingsmenü so einfach wie möglich: Gutscheine für 65 Euro gibt es nur über das Hamburger Abendblatt. Nummeriert gelten sie als Eintrittskarten(*): einmalig nur für das gewählte Restaurant und nur für die aktuelle Staffel gültig. Im Preis sind fünf Gänge mit fünf passenden Weinen, Wasser und eine Kaffeespezialität enthalten.
  • Bestellung und Direktkauf Bestellung online unter www.abendblatt.de/LM Die Gutscheine werden per Post zugeschickt (zzgl. Lizenz- und Versandgebühren).
  • Bestellung per Telefon über HA-Ticket-Hotline (040)
    30 30 98 98 (Mo–Fr 9–16 Uhr, Sa 9–13 Uhr). Gutscheine (zzgl. Lizenz- und Versandgebühren) werden versichert per DHL zugeschickt.
  • Direktkauf in der Abendblatt-Geschäftsstelle am Großen Burstah 18–32 (Mo–Fr 9–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr). Gutscheine gibt es sofort zum Mitnehmen (zzgl. Lizenzgebühren)
  • Reservieren
    Mit dem Gutschein und der Nummer wird in den Restaurants reserviert. Die Kontaktdaten stehen im Flyer, den es in der Geschäftsstelle und über die Ticket-Hotline gibt. Wer online bestellt, findet die Daten auf der Gutscheinrückseite.
  • Richtig wählen
    Weil es mit den Gutscheinen keinen Anspruch auf einen bestimmten Tag oder ein bestimmtes Restaurant gibt, sollte man bei der Buchung flexibel sein. Denn Restaurants können ausgebucht sein. Dann bitte ein anderes Restaurant wählen.
    (*) solange der Vorrat reicht.

Ein starker Hauptgang, der einen starken Partner im Glas braucht. Deshalb haben sich die Sommeliers von Rindchen’s Weinkontor für den 2019er Violon d’Ingres Rouge, Domaine Le Grand Castelet, aus der französischen Provence entschieden. Beeren, Karamell und viele Kräuter – das sei der „wilde, vom Mistral aufgewirbelte Duft des Rhône-Deltas“, sagen die Kenner. Am Gaumen seien die geschliffenen Tannine ebenso präsent wie die pfefferscharfe Frucht dieses Roten. Man kann auch sagen: Passt. Schmeckt. Und dass „Violon d’Ingres“ aus dem Französischen übersetzt so viel wie Lieblingshobby heißt, ergibt auch Sinn. Jedenfalls wenn bei der Freizeitbeschäftigung ein solch erstklassiger Rotwein herauskommt.

Kaffee in Kuchenform zum krönenden Abschluss

Bis Ende April 2021 können Feinschmecker das Lieblingsmenü im weissen haus genießen – selbstverständlich immer unter Einhaltung aller geltenden Abstands- und Hygieneregeln. „Wir sind ein kleines Haus und können nach der Öffnung wahrscheinlich nur maximal 35 Gäste zeitgleich bewirten“, sagt Melinda Weichelt, die in verschiedenen Luxushotels arbeitete, ehe sie sich mit ihrem Mann selbstständig machte. Eine frühe Reservierung lohnt also – insbesondere für Wunschtermine am Wochenende.

Zum Abschluss gibt es Kaffee – in Kuchenform. Und diese Schokoladen-Mokka-Tarte schmeckt auch allen, die vielleicht sonst lieber Tee trinken. Dazu werden reife rote Beeren gereicht, die mit einem gereiften Balsamico und Portwein für mindestens 48 Stunden eingelegt wurden. Das hausgemachte Vanilleeis ist ohnehin ein Klassiker.

Ja, Schokolade, Mokka … Was fehlt da eigentlich noch zum ganz großen Glück? Madeira natürlich! Der Madeira Reserve Sweet (fünf Jahre) von Borges aus Portugal verströmt den Duft von Orangen, Aprikosen und Karamell. Was will man mehr? Vielleicht als Weihnachtsgeschenk einen Gutschein für das Lieblingsmenü im weissen haus.

Die Restaurants

  • Fang & Feld im The Westin Hamburg in der Elbphilharmonie Platz der Deutschen Einheit 2 20457 Hamburg, Reservierung unter 040/80 00 10 31 17 oder restaurant.theWestinHamburg@Westin.com Zeitraum: 1.12.2020–28.2.2021 Keine Reservierungen über Bookatable
  • Fürst Bismarck Mühle Mühlenweg 3, 21521 Aumühle Reservierung unter 04104/20 28 oder info@bismarck-muehle.com Zeitraum: 1.12.2020–30.4.2021
  • das weisse haus Neumühlen 50, 22763 Hamburg Reservierung unter 040/390 90 16 oder info@dwh-restaurant.de Zeitraum: 1.2.2021–30.4.2021
  • Hobenköök Pop-up-Restaurant Banksstraße 20, 20097 Hamburg Reservierung unter 040/22 86 55 38 oder info@hobenkoeoek.de Zeitraum: 4.2. 2021–27.3. 2021
  • Lenz Poppenbütteler Chaussee 3, 22397 Hamburg Reservierung unter 040/60 55 88 87 oder info@restaurant-lenz.de Zeitraum: 23.4. 2021–11.6.2021

Die fünf Gänge

  • Vorspeise: Altländer Apfel-Sellerie-Suppe/Apfelreduktion/Espuma vom Holsteiner Cox
  • Zwischengang: Zanderloin/Schwarzer Rettich/Erbse
  • Zwischengang: Birnensorbet
  • Hauptgang: „Saltimbocca alla romana“ vom Hirsch/Tiroler Schinken/Salbei/sautierter Spitzkohl/römische Nocken
  • Dessert: Karamellisierter Cheesecake mit Pistazienbiskuiterde/eingelegte Kirschen

Der Wein-Tipp:

  • 2019 Riesling feinherb „Vom Muschelkalk“, Weingut Fogt, Rheinhessen, Deutschland Duftet satt nach reifen Äpfeln und schmeckt zart nach Pfirsichen: ein leicht restsüßer, frischer Weißwein, der hervorragend zu Gerichten passt, die sich auch eine Süße bewahrt haben. Wie eine leckere Apfel-Sellerie-Suppe.

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