FC St. Pauli

Warum Timo Schultz gute Erinnerungen an Angstgegner Aue hat

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Alexander Berthold
Timo Schultz (l.) bejubelt mit Marcel Eger seinen Weitschusstreffer gegen Erzgebirge Aue

Timo Schultz (l.) bejubelt mit Marcel Eger seinen Weitschusstreffer gegen Erzgebirge Aue

Foto: Witters

Der FC St. Pauli verlor die letzten fünf Duelle im Erzgebirge. Doch der Trainer weiß, wie man den kommenden Gegner ärgern kann.

Hamburg. Dienstreisen zu Erzgebirge Aue waren für den FC St. Pauli in der jüngeren Vergangenheit wenig vergnüngungssteuerpflichtig. Die vergangenen fünf Heimspiele konnten die Ostdeutschen gegen die Kiezkicker für sich entscheiden. Am Sonnabend (13 Uhr, Sky live) hat die Mannschaft von Trainer Timo Schultz die nächste Chance, den Aue-Fluch zu brechen. "Es spricht alles für Aue, die Favoritenrolle können wir gewissenhaft von uns schieben. Es gibt einfach Stadien und Gegner, mit denen man immer negative Sachen verbindet, weil man da permanent verliert oder schlecht aussieht. Das war bei uns in Aue in den vergangenen Jahren definitiv der Fall. Wir haben dieses Jahr bewiesen, dass wir solche Serien beenden können", erklärt der 43-Jährige.

St.-Pauli-Trainer einst mit Treffer gegen Aue

Wie es geht, gegen Aue zu gewinnen, weiß Schultz aus eigener Erfahrung. Im Mai 2008 siegte St. Pauli im Millerntorstadion gegen die "Veilchen". Unter den Torschützen: Der aktuelle Trainer der Hamburger, der in seiner aktiven Zeit nicht gerade als Knipser für Angst und Schrecken sorgte. "Es war ein Kracher aus 20 Metern. Einige haben behauptet, der war abgefälscht. Ich bin mir sicher, der hätte auch so eingeschlagen. Das Spiel haben wir mit 4:2 gewonnen und damit den Klassenerhalt gesichert. Auch deshalb verbinde gar nicht so viele negative Erlebnisse mit Aue", sagt Schultz.

Schultz sieht noch Potenzial für Verbesserung

Ohnehin ist der Glaube an die eigene Stärke derzeit so groß wie schon lange nicht mehr. In 15 Spielen im Kalenderjahr 2021 holte St. Pauli 30 Punkte. Nur der Tabellenführer VfL Bochum holte noch einen Zähler mehr. Auch wenn in Richtung Aufstieg nichts mehr geht, glaubt der gebürtige Ostfriese nicht daran, dass jetzt der Schlendrian einkehrt. "Wir alle hier an der Kollaustraße sind jeden Tag in der Pflicht, weiterhin alles zu investieren, um sagen zu können, dass wir alles gegeben haben und wir auf dem richtigen Weg sind. Der Weg ist noch nicht zu Ende, wir haben noch genug Potenzial", blickt Schultz voraus.

Abwehrspieler Lawrence fehlt wegen einer Erkältung

Kreativ muss Schultz indes bei der Besetzung der Innenverteidigung werden. Zwar kehrte der zuletzt erkältete Norweger Tore Reginiussen (34) ins Training zurück, mit Stammverteidiger James Lawrence (27, Erkältung) wird aber eine wichtige Stütze ausfallen. "Es ist ärgerlich, wenn zwei Jungs auf einer Position ausfallen, da können sich die Jungs besser absprechen, damit es mehr verteilt ist", scherzt Schultz, der noch nicht entschieden hat, ob Reginiussen von Beginn an spielen wird.

Noch keine Option für den Kader sind Außenstürmer Ryo Miyaichi, der nach überstandener Wadenverletzung wieder im Training ist, aber noch Rückstand hat, sowie Eric Smith, der nach seiner Muskelverletzung in der Wade erst drei Einheiten mit dem Team absolviert hat.

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