Udo Lindenberg

Wie die Polizei dem Porsche-Dieb auf die Schliche kam

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Daniel Herder
Prozess um Lindenbergs gestohlenen Porsche: Der Angeklagte auf dem Weg in den Gerichtssaal

Prozess um Lindenbergs gestohlenen Porsche: Der Angeklagte auf dem Weg in den Gerichtssaal

Foto: picture alliance/dpa/dpa/Pool | Christian Charisius

Am Mittwoch wurde der Prozess gegen den 26-Jährigen fortgesetzt, der Lindenbergs Luxusauto gestohlen haben soll.

Hamburg. Er soll Udo Lindenbergs schwarz-roten Porsche 911 R im Wert von 600.000 Euro am 22. Juni 2020 aus der Tiefgarage des Atlantic-Hotels gestohlen haben – doch Dominik A. hatte es nicht nur auf das schicke, äußerst seltene Geschoss des Panik-Rockers abgesehen. Insgesamt drei weitere Luxusautos soll der vor dem Schöffengericht in St. Georg angeklagte 26-Jährige bei früheren Streifzügen durch Hamburger Hallenbäder erbeutet haben. Seine Masche: Er spähte die Opfer auf dem Parkplatz aus, folgte ihnen in die Umkleidekabine, brach ihre Spinde auf, flüchtete mit ihren Autos und ihrer Habe.

Gestohlener Porsche: Polizei fand DNA-Spuren des Angeklagten

Auf die Schliche kam die Polizei dem vorbestraften Kleinganoven durch die Auswertung von Videoaufnahmen der Hallenbäder und Funkzellenabfragen. Auch der Zufall half mit: Am 14. November 2019 war Dominik A. in eine Personenkontrolle geraten. Dabei, so erinnert sich eine Polizeizeugin, habe der Angeklagte dieselbe Kleidung getragen wie am 2. Oktober 2019, als er am Volksdorfer Parkbad einen Audi Q5 stahl. Bei einer weiteren zufälligen Personenkontrolle entdeckte die Polizei Rohlinge für Spind-Schlüssel und einen Schraubendreher bei ihm. Der SUV sei dann später von Dritten mit gefälschten Papieren und falschem Kennzeichen für 28.500 Euro verkauft worden, so die Zeugin.

Als der arglose Käufer den Q5 bei der Zulassungsstelle anmelden wollte, flog der Schwindel auf. Ein ebenfalls am Parkbad gestohlener Audi A4 tauchte kurioserweise am gleichen Ort drei Wochen später wieder auf. Und einen am Hallenbad Bondenwald in Niendorf geklauten BMW 740XD stellte die Polizei ein paar Straßen weiter sicher. In diesen Fahrzeugen – wie auch in Lindenbergs Porsche – stießen die Ermittler auf DNA-Spuren des Angeklagten.

Angeklagter bestreitet den Diebstahl weiterhin

Für die Opfer war der Diebstahl keine Petitesse. Der Zeuge Reiner M., der Halter des Q5, hatte mit seinen Enkeln zur Tatzeit das Parkbad in Volksdorf besucht. „Der Vorfall hat uns lange beschäftigt“, entgegnete er am Mittwoch auf die Entschuldigung des Angeklagten. „Seither konnten wir das Hallenbad nicht mehr besuchen.“

Lindenbergs Porsche 911 R – von diesem Modell soll es nur fünf in Deutschland geben - war zwei Tage nach dem Diebstahl von einer 85-Jährigen in einer Ahrensburger Tiefgarage entdeckt worden. Dem falschen Kennzeichen hafteten Fingerabdrücke des Angeklagten an, so kam ihm die Polizei auf die Spur.

Während Dominik A. die anderen Taten bereits am ersten Verhandlungstag gestanden hat, bestreitet er den Diebstahl des Porsche. Er habe in der Zulassungsstelle lediglich „für einen Freund“ das Kennzeichen beschafft, so der Angeklagte. Der Prozess wird fortgesetzt.