Protestaktion

Urantransport aus Hamburg bei Koblenz gestoppt?

Aktivisten wollen bei Koblenz einen Urantransport aus Hamburg stoppen

Aktivisten wollen bei Koblenz einen Urantransport aus Hamburg stoppen

Foto: Polizei Koblenz

Atomkraftgegner seilen sich von Brücke ab und hindern Güterzug an Weiterfahrt. Laut Polizei war es der falsche …

Hamburg/ Koblenz.  In den frühen Morgenstunden des Sonnabends haben Atomkraftgegner in Rheinland-Pflaz die Bahnstrecke zwischen Winningen und Kobern-Grondorf blockiert. Sie wollten einen Urantransport aus Hamburg auf seiner Fahrt nach Frankreich stoppen. Dafür seilten sich zwei Aktivisten von der rund 140 Meter hohen Moseltalbrücke bei Koblenz ab und entrollten ein Protestbanner. Sieben weitere Personen hielten sich im Gleisbereich auf. Die Strecke wurde unverzüglich gesperrt und die 14.000 Volt führende Oberleitung abgeschaltet.

Nach Angaben der Aktivisten ist der Transport mit Uranerzkonzentrat aus Namibia auf dem Weg vom Hamburger Hafen zur Konversionsanlage in Narbonne-Malvesie (Frankreich) am Mittelmeer. Dass der gestoppte Zug tatsächlich Uran geladen hatte, wird aber von den Bundespolizei bestritten. Wie sie mitteilte, sei lediglich ein normaler Güterzug an der Weiterfahrt gehindert worden. Der fragliche Urantransport sei früher gefahren. Die Aktivisten bestreiten das. Der Urantransport sei gegen 9 Uhr in Koblenz-Goldgrube gesehen und auch fotografiert und auf Twitter veröffentlicht worden.

Die Atomkraftgegner am Boden wurden durch die Bundespolizei vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die in der Luft befindlichen Aktivisten wurden von der Höhenrettung der Feuerwehr Boppard auf den Boden zurück geholt. Neben diversen Ordnungswidrigkeiten wurde auch ein Strafverfahren wegen Störung öffentlicher Betriebe eingeleitet. Da die Strecke von 5.40 Uhr an knapp vier Stunden lang gesperrt war, kam es zu erheblichen Behinderungen des Regionalverkehrs. Die neun Teilnehmer der Protestaktion kamen nach Feststellung der Personalien wieder auf freien Fuß.

Immer wieder Atomtransporte aus Hamburg

Immer wieder wird über das Drehkreuz Hamburger Hafen Nuklearmaterial durch Deutschland transportiert. Erst vor zwei Jahren hatten zwei Frauen bei Buchholz unter Lebensgefahr einen Urantransport gestoppt. Die Aktivistinnen von "Robin Wood" hatten sich kurz vor dem Bahnhof Buchholz von einer Fußgängerbrücke abgeseilt. Der Zug, der aus Maschen kam, fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf die Frauen zu. Er hielt nur deswegen rechtzeitig an, weil die Besatzung eines den Transport begleitenden Hubschraubers die Gefahr erkannt hatte.

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