Hamburg Airport

Frau schmuggelt 21 ungarische Blutegel am Flughafen

Ein Blutegel hat sich an einem menschlichen Daumen festgesaugt. 21 Exemplare stellte der Zoll in Hamburg sicher.

Ein Blutegel hat sich an einem menschlichen Daumen festgesaugt. 21 Exemplare stellte der Zoll in Hamburg sicher.

Foto: imago

Zöllner erwischten die ältere Dame in Fuhlsbüttel. Die Untersuchungen der Tiere fanden bei Hagenbeck statt. Jetzt droht ein Bußgeld.

Hamburg. Es gibt wohl nichts, was der Hamburger Zoll noch nicht gesehen hat. Nun haben die Beamten bei einer Flugreisenden am Helmut-Schmidt-Airport Hamburg eine Flasche mit 21 Blutegeln gefunden. Die aus der Türkei einreisende Frau (63) wurde beim Durchqueren des sogenannten "grünen Kanals" angehalten und ihr Gepäck einer Kontrolle unterzogen.

Wie der Zoll mitteilt, fanden die Kollegen beim Öffnen des Koffers eine Plastikflasche mit den Blutegeln. Die Reisende hatte die Tiere in der Türkei gekauft, um ihre Schmerzen im Knie damit zu bekämpfen. Der Zoll konnte vor Ort nicht bestimmen, um welche Art von Blutegeln es sich handelt.

Blutegelart gilt als besonders geschützt

Die Tiere wurden deshalb von den Zöllnern sichergestellt und im Tierpark Hagenbeck begutachtet. Dort wurde festgestellt, dass es sich um Ungarische Blutegel (Hirudo verbana) handelt. Diese Art ist in der Artenschutz-Verordnung der EU und dem Washingtoner Artenschutzabkommen aufgeführt und gilt als "besonders geschützt".

Die für die Einfuhr der Blutegel erforderlichen Genehmigungen konnte die Reisende nicht vorlegen. Zwischenzeitlich wurden die Tiere beschlagnahmt. Darüber hinaus muss die Reisende mit einem Bußgeld rechnen. Zuständig ist das Bundesamt für Naturschutz.

"Immer wieder finden Kollegen am Flughafen Hamburg auf lebende Tiere, Pflanzen oder Waren, die daraus produziert wurden. Reisende nehmen diese sehr oft mit, ohne zu bedenken, ob die Exemplare geschützt sind. Urlaubern empfehlen wir, alles, was lebt oder einmal gelebt hat in den Urlaubsländern zu lassen. Oder, wie in diesem Fall, sich ganz genau über die Bestimmungen zu informieren", sagt Thomas Gartsch, Sprecher des Hauptzollamtes Itzehoe.

26 Artenschutzfälle am Airport

Der Zoll hat bundesweit im Jahr 2017 in 934 Fällen 45.134 artengeschützte Tiere, Pflanzen oder Waren daraus festgestellt. Davon entfallen 26 Fälle und 149 artengeschützte Exemplare auf den Flughafen Hamburg.