Christopher Street Day

Lob für CSD-Teilnahme der Türkischen Gemeinde

Teilnehmer der Hamburger CSD-Parade im vergangenen Jahr (Archiv)

Teilnehmer der Hamburger CSD-Parade im vergangenen Jahr (Archiv)

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Die Ankündigung des Vereins ist eine kalkulierte Provokation, die Diskussionen auslösen könnte - und genau dies auch soll.

Hamburg. Während die Türkei unter Erdogans Führung immer mehr autoritäre Züge annimmt, geben sich viele Türken in Deutschland umso weltoffener. So wird die Türkische Gemeinde Hamburg erstmals den Christopher Street Day (CSD) in der Hansestadt unterstützen. Wie der Verein am Wochenende bekannt gab, werde man an zahlreichen Veranstaltungen und Paraden im Rahmen der sogenannten Hamburg Pride teilnehmen.

"Wichtiger und provokativer Schritt"

Die Ankündigung der Türkischen Gemeinde ist deutliches Signal und zugleich eine kalkulierte Provokation, die Diskussionen auslösen könnte - und dies auch soll. "Uns ist bewusst, dass wir als Vorstand damit in unserer Gemeinde einen wichtigen, aber auch provokativen Schritt machen, der auch negative Reaktionen auslösen könnte", sagte Nebahat Güçlü, die Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Hamburg.

Trotzdem halte man es für wichtig, sich aller Art von Diskriminierungen in der Gesellschaft entgegenzustellen. „Das Eintreten für gleiche Rechte von Minderheiten ist uns ein Anliegen. Dazu gehören auch die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender." Dafür scheue man auch nicht die Diskussion innerhalb der Türkischen Gemeinde.

Die Veranstalter der CSD-Parade begrüßten die angekündigte Teilnahme. Stefan Mielchen, Erster Vorsitzender von Hamburg Pride, bezeichnete die Ankündigung am Sonntag als "mutigen und wichtigen Schritt in die richtige Richtung." Es sei eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen aktuell, das Zusammenleben in der Gesellschaft so zu verhandeln und zu gestalten, dass es keine Rolle spielt, woher jemand kommt oder wen jemand liebt.

Hamburger CSD-Parade am 6. August

Zuvor hatte die Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg am Sonnabend an der dortigen CSD-Parade teilgenommen. In Hamburg findet der CSD am 6. August statt. Start ist um 12 Uhr in der Langen Reihe, anschließend geht es durch die Hamburger Innenstadt über die Mönckebergstraße bis zum Jungfernstieg. Die Parade erinnert an die massiven Proteste von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village 1969.

Die Pride Week zum Hamburger CSD wurde am Sonnabend mit der Pride Night im Theater "Schmidtchen" auf St. Pauli offiziell eröffnet. Noch bis zum 7. August finden in der Hansestadt zahlreiche Veranstaltungen statt. Das genaue Programm finden Sie unter hamburg-pride.de.