Die Basketball-Damen des SC Rist landeten mit dem 70:59 bei Halchter/Linden den ersten Sieg in der Ersten Liga

Ein historischer Moment

Von HEIKO GERDAU

Wedel - "Das beste Spiel, in dem ich beim SC Rist je Coach war" - Trainer Marc Köpp sparte nach dem 70:59 (34:32)-Sieg gegen die Spielvereinigung Halchter/Linden nicht mit Superlativen. Von heiligen Schauern war die Rede. Schließlich errangen die Wedeler Basketball-Damen auswärts den ersten Sieg in der Ersten Bundesliga in der Vereinsgeschichte des SC Rist. Ein historischer Moment.

"Dieser Erfolg zählt doppelt. Er hat bei uns viel Anspannung gelöst und gibt Selbstvertrauen für den kommenden Aufgaben", sagte Köpp. Zu den "Müttern des Erfolges" zählten vor allem die Flügelspielerinnen Hanna Green und Heidi Globig. Während der gesamten Partie übernahmen die beiden im Angriff die Initiative und stellten in der spannenden Schlussphase mit neun von zehn möglichen Freiwürfen den Sieg sicher.

Köpp: "Jeder dieser Freiwürfe war wie ein Dolchstoß." Das muss auch Andreas Hundt so empfunden haben. Der Trainer von Halchter/Linden wechselte kein Wort mehr mit Köpp und verließ wie zu Regionalligazeiten wütend die Halle. Eine gute Portion Selbstkritik wird in seine Laune hineingespielt haben.

Schließlich hatte die Wolfenbüttelerin Heidi Globig zunächt bei Halchter/Linden angefragt, wurde völlig falsch eingeschätzt und fand schließlich beim SC Rist einen Unterschlupf. Mit 21 Punkten zahlte sie es der Spielvereinigung nun heim. "Sie hat ein tolles Spiel abgeliefert", lobte Köpp.

Gemeinsam mit Hanna Green (23 Punkte) sorgte sie für die 18:15-Führung nach dem ersten Viertel. Erst nach 17 Minuten (32:25) kam der Wedeler Angriff ins Stocken. Heidi Globig musste ein absichtliches Foul verantworten. Die Aktion führte dazu, dass es zur Pause "nur" 34:32 stand.

"Das ganze Spiel war hart umkämpft. Wir mussten ständig 100 Prozent geben", berichtete Köpp. Auch in den beiden Schlussvierteln waren es immer wieder Green und Globig, die die Gastgeberinnen auf Distanz hielten.

Dann ereigneten sich zwei Dinge, die den immer näher rückenden Sieg noch einmal in Frage stellten: In der 34. Minute knickte Centerspielerin Katharina Kühn um und schied verletzt aus. Eine Minute später, beim Stande von 57:54, beging Lakeysha Wright ihr fünftes Foul. Die Amerikanerin hatte Green und Globig immer wieder in Szene gesetzt und das Duell mit Wolfenbüttels Andrea Hohl, dem früheren Pointguard der A-Nationalmannschaft, klar für sich entschieden.

Die Rettung kam nicht wie erwartet von der erneut bitter enttäuschenden Amy Cleveland, der zweiten Amerikanerin im Wedeler Team, sondern von Maj-Britt Zacharias. Die frühere Eidelstedterin war schon zu Zweitligazeiten nie besonders aufgefallen. In Wolfenbüttel betrat sie erstmals das Bundesliga-Parkett, traf ihren ersten Wurf und holte in ihren zwei Minuten Einsatzzeit drei Rebounds.

Dann griff U 20-Nationalspielerin Katharina Kühn mit getapeten Fuss wieder ins Geschehen ein, brachte als Säule in der Defensive die Sache trotz Schmerzen zu Ende.

Von entscheidender Bedeutung war letztlich auch der schwache Auftritt von Wolfenbüttels Amerikanerin Monique Ambers. Die 1,94 Meter große Frau aus der amerikanischen Profiliga WNBA erzielt sonst im Schnitt 19 Punkte. Gegen den SC Rist kam sie nur auf sechs Zähler und musste frühzeitig mit fünf Fouls disqualifiziert das Feld räumen.

Am kommenden Sonnabend empfängt der SC Rist die BSG Ludwigsburg.

Halchter/Linden - SC Rist, Spielverlauf: 6:10 (5.), 11:16 (9.), 15:18 (10.), 19:26 (23.), 25:32 (17.), 32: 34 (HZ), 42:42 (25.), 44:48 (27.), 52:55 (30.), 54:57 (35.), 54:65 (39.), 59:70 (Ende).

Statistik: Hanna Green (23), Heidi Globig (20), Katharina Kühn (12), Claudia Rieth (10), Lakeysha Wright (2), Maj-Britt Zacharias (2), Tatjana Pavicevic (0), Amy Cleveland (0).

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