Das meinen Abendblatt-Leser

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Helmut Borstelmann, Norderstedt "Parkplatznot: Polizisten greifen durch", Hamburger Abendblatt

"Rundfunkkrieg" um den NDR

Die Behauptung, das Hamburger Abendblatt sei von der Berichterstattung über die Betriebsversammlung des NDR (am 7. Februar) "ausgesperrt" worden, während Funk und Fernsehen ungehindert berichten konnten, ist so nicht richtig. Einem Redakteur des Hamburger Abendblattes war auf Anfrage angeboten worden, sich die Stellungnahmen des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden und des Intendanten in der Betriebsversammlung anzuhören und darüber zu berichten. Daran bestand jedoch kein Interesse, vielmehr wollte sich das Hamburger Abendblatt nur auf die anschließende Diskussion der NDR-Mitarbeiter konzentrieren. Dieser Teil der Betriebsversammlung war jedoch nicht öffentlich, wie es der gesetzlichen Regelung entspricht. Auch die Berichterstattung von Funk und Fernsehen mußte sich auf die Reden des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden und des Intendanten beschränken.

Wolf gang Bombosch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates des NDR

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Diese Darstellung ist nicht korrekt. Richtig ist, daß einem Redakteur des Abendblattes lediglich die Manuskripte der Reden des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden und des Intendanten angeboten worden sind. Aber die Teilnahme an der Versammlung wurde nicht gestattet. Aber auch ohne selbst dabeigewesen zu sein, hat das Abendblatt berichtet. Und zwar korrekt.

In der Innenstadt fehlen Parkplätze

Wenn der Innensenator sich kürzlich über die angeblich wachsende Disziplinlosigkeit der Hamburger Autofahrer im ruhenden Verkenr beklagt, da immer mehr Parksünder ihre Kfz rechtswidrig abstellten,

wenn er die Zahl von 480 000 Verwarnungsgeldern bei insgesamt 4,8 Mio. jährlichen Fadschparkern durch verschärfte und personalintensivere Überwachung erhöhen will,

wenn der Einzelhandel wegen des nicht mehr reibungslos abzuwickelnden Wirtschaftsverkehrs "auf dem Wege des Protestes" ist ? so Senator Staak ? ,

dann ist dieses doch alles nicht etwa ein Ausfluß zunehmender Disziplinlosigkeit der Autofahrer (die ja gerade steigende Disziplin durch Verminderung der Unfallzahlen beweisen), sondern nur eine Folge der seit Jahr und Tag von Kammern, Verbänden und einer breiten Öffentlichkeit heftig kritisierten Parkplatz-Mangelsituation in der Innenstadt, von Senat und SPD-Basis aus ideologischen Gründen herbeigeführt.

Selbst die seit Jahren vom Senat angekündigte Absicht, die Zahl der Stellflächen in der City um 2000 auf 30 000 zu erhöhen, kommt keinen Schritt voran. In dem am 10. 1. 1980 stattgefundenen öffentlichen Anhörverfahren vor den gemeinsam tagenden Bürgerschaftsausschüssen Bau und Verkehr war einer der Hauptschwerpunkte der Forderungen der weitaus meisten teilnehmenden Institutionen und Verbände ? von Handels- und Handwerkskammer über ADAC, Einzelhandelsverbänden bis zur DAG ? die sofortige und zügige Vermehrung der Stellplätze in der Innenstadt. Anderenfalls kommt es zu einer sich bereits abzeichnenden totalen Verstopfung der Geschäftsstraßen, mangelnden Belieferungsmöglichkeiten der Geschäfte und last not least Abwanderung der Käufer in die Kaufhäuser der Stadtrandgebiete.

Statt den Vorschlägen der Opposition zum Bau zusätzlicher Stellflächen ? südlich des Hauptbahnhofs, über die City verteilte Miniparkhäuser ? zu entsprechen, werden lieber zusätzliche Polizisten und Verwaltungsbeamte auf Steuerzahlers Kosten eingesetzt, um die Auto-Kundschaft mit Zwang und Strafen aus d*r Imveoetadt und Ihren Qmmtmi- "a vertreJMn: Sofabet ide*lo|fege*

Diese Zuschriften geben lediglich die Meinung der Einsender wieder.

Kürzungen vorbehalten.

färbtes Venhalten wird dann vom Senat noch als zukunftsorientierte Stadtentwicklungspolitik und Aktivierung der Innenstadt (Forderungen der Senatoren Lange und Steinert) verkauft!

Dr. Dieter Hauke, Hamburg 64 Meine Beobachtung: Seit mindestens zwei Jahren ist mir aufgefallen, daß beispielsweise in den Straßen Rabodsen und Ferdinandstraße ca. 95 Prozent der Parkuhren an besetzten Stellplätzen "abgelaufen" sind. Wozu Parkuhren, wenn so wenig kontrolliert wird?

Otto Schmidt, Hamburg 76

Zum Untergang der ?Wilhelm Gustloff'

"Vor 35 Jahren torpedierten die Russen die .Wilhelm Gustloff*", Hamburburger Abendblatt, 21. Januar

Für Ihr "Gedenken der .Wilhelm Gustloff" bin ich Ihnen von Herzen dankbar. Den Tag dieses Unterganges kann ich nicht vergessen, denn als damals elf einhalb jähriger Bengel endete für mich an ihm die 1. Etappe meiner Flucht, die ich von Bromberg bis Stettin "mutterseelenallein" durchlaufen, durchfahren und durchhungern mußte.

Die Marine hat in den Tagen, Wochen und Monaten des Jahres 1945 bis zum letzten Kriegstag wortwörtlich "Großartiges" geleistet, das ganze Volk der freien Deutschen ? und nicht nur die durch sie geretteten Vertriebenen ? können ihr für diese Tat nicht genug danken.

Johannes Gehrman, Pfarrer und

Ermländischer Kalendermann Hamburg 53

Planten un Blomen nicht verbauen

"Was in Hamburg fehlt", Hamburger Abendblatt

Mit Schrecken las ich vor einigen Tagen, daß der Präses der Handelskammer, Rudolf Schlenker, fordert, daß für die Erweiterung der Hallenflächen des Messegeländes "Planten un Blomen" kein Tabu sei. Ich finde es unerhört, wenn man diese mit großen Kosten erstellte Anlage mitten in der Stadt, um die andere Großstädte Hamburg beneiden, einfach verbaut werden soll, nachdem schon einmal ein beträchtliches Stück für das Congress Centrum Hamburg (CCH) mit Hotel weggenommen wurde. Planten un Blomen, eine Erholungs- und Unterhaltungsstätte für viele Hamburger, soll Hallenbauten weichen, die im Jahr nur wenige Wochen lang genutzt werden. Wie viele auswärtige Besucher ließen sich allein durch die Wasserspiele anlocken. Zur Erweiterung des Messegeländes bieten sich m. E. die Moorweide und große Teile des Heiligengeistfeldes an.

Gerhard Pilz, Hamburg 54

Schon 1964 habe ich darauf hingewiesen, daß in Hamburg auf dem Gebiete der Unterhaltung noch viel getan werden kann. Ein festes Zirkusaebäude als Mehrzweck ist meines Ufiehtens für Hamburg sehr wichtig. , i; Otto Stange, Hamburg 76

Das Honorar der Hellpraktiker

Leserbrief .Müssen Heilpraktiker so teuer sein?* Hamburger Abendblatt, 6. Februar

Heilpraktiker können nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GBÜH) abrechnen, die den Honoraren der Ärzte angeglichen ist. Meist vereinbaren sie aber mit dem Patienten ein Honorar, weil sonst die Behandlung sehr teuer wäre. Das durchschnittliche Honorar für die Behandlung beim Heilpraktiker dürfte in Hamburg bei 50 DM liegen.

Harald Schicke, Heilpraktiker

Rentner können nur abwarten

Hamburg 72

"Renten / Wieder ein geheimer Plan der SPD / Kommentar: Rentenpolitik des Als-ob", Hamburger Abendblatt, 7. Februar

Als 71jähriger danke ich Ihnen, daß Sie eindeutig Stellung zu dem gegenwärtigen Hickhack um die künftigen Renten genommen haben. Die Rentner haben leider keine Lobby in Bonn und keine Druckmittel, sie haben nur stillzuhalten und abzuwarten, was die Wehner-Kommission beschließen wird.

Die neuen S-Bahn-Züge sind schneller

Leserbrief "Die alten Züge fahren auf der Tunnelstrecke", Hamburger Abendblatt, 3t. Januar

Ich möchte zu obigem Leserbrief Stellung nehmen, in dem kritisiert wurde, daß die neuen S-Bahn-Züge nur auf der S 11 und S 2 fahren und nicht (selten) durch die Tunnelstrekke, wo sie nur kaum Geräuschbelästigung der Anwohner herbeiführen. Das hängt nicht damit zusammen, wie der Leser mutmaßt, daß die Deutsche Bundesbahn die neuen Linien S2 und Sil attraktiv machen will ? im Gegenteil, die City-S- Bahn, also die S 1, ist ja die neueste Strecke ? , sondern damit, daß die neuen Züge 100 km/st fahren, während die älteren nur eine Geschwindigkeit von 80 km/st erreichen. Auf der S 2 werden aber wegen der längeren Haltestellenabstände die schnelleren Züge benötigt, insbesondere auch deshalb, weil ein Teilstück (Berliner Tor? Aumühle) gleichzeitig von Fernzügen und Güterzügen mitbenutzt wird und der Einsatz der älteren Fahrzeuge Verspätungen mit sich bringt.

Stefan Metze, Hamburg 52

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