Straßenbau-Experten an einem Tisch

Mehr Fahrbahnen, damit's am Homer Kreisel rundgeht

| Lesedauer: 4 Minuten

Bausenator Volker Lange und Vertreter des ADAC werden sich am Donnerstag an einen Tisch setzen. Zur Debatte stehen Straßenbaumaßnahmen, deren Notwendigkeit die Handelskammer und der Automobilclub immer wieder unterstrichen ha-

Nachdem der Bau der Hamburg*Berliner Autobahn zwischen Bonn und Ost-Berlin vereinbart wurde, ist sich die Spitze der Baubehörde darüber im klaren, daß am Homer Kreisel zusätzliche Stra- ßenbauten unvermeidlich sind. Schon heute droht fast täglich an der Ausfahrt der Lübecker Autobahn ein Verkehrschaos. Der Homer Kreisel ist nicht in der Lage, den Massenverkehr an jedem Morgen zu schlucken. Nach 1983, wenn die Berliner Autobahn- fertig sein soll, ist dort mit kilometerlangen Stauungen, die bis weit auf die Lübekker Autobahn reichen, zu rechnen.

Teure Lösung

Die Situation könnte mit einem sechsspurigen Ausbau der Sievekingsallee gemildert werden. Zur Zeit hat dieser Straßenzug zwischen Kreisel und Sievekingdamm nur vier Spuren. Die Chance, den stra- ßenbahnlosen Mittelstreifen in zwei weitere Spuren umzuwandeln, wurde nicht genutzt. - Statt dessen pflanzte die Stadt Bäume. Sie dienen dem Verkehr wenig, die Anwohner sind jedoch dankbar dafür.

Weit wichtiger wäre jedoch der Bau einer Verbindungs-Schnellstraße zwischen Horner Kreisel und Eiffestraße. Die Baubehörde hat sich dazu schon praktikable, hingegen recht teure Lösungen einfallen lassen. Ein großer Teil des Autobahhyerkehrs würde dann über die Eiffestraße Richtung Innenstadt geleitet. Damit es an diesem Sträßenzug nicht zu folgenschweren Stauungen kommt, iät der Anckelmannplätz ' kreuzungsfrei zu überbrücken. Das hatte die Baubehörde übrigens schon lange vor.

Über die Qrtsumgehung Langenhorn / Fuhlsbüttel haben sieh in den vergangenen Jahren alle Parteien in die Haare bekommen. Die SPD wollte schließlich nur noch eine Schnellstra- ße zwischen Norderstedt und Sengelmannstraße zur Entlastung der Langenhorner Chaussee. Experten der FDP und CDU plädierten jedoch für eine kreuzungsfreie Autobahn an Stelle der Schnellstraße ? schon wegen der Kosten. Eine Schnellstraße müßte Hamburg bezahlen, eine Autobahn der Bund. Und beim Bund liegt seit Jahren das Geld dafür "auf Halde". Genau dies ist nun auch der Grund, weshalb die SPD neuerdings mehr einer Autobahn zuneigt.

Ein Weiterbau dieser Ortsumgehung als sogenannte Osttangente quer durch dichtbebaute Wohnviertel bis nach Hörn wird jedoch bei allen Parteien als nicht realisierbar angesehen. Zahlreiche Bürgerinitiativen würden den Bau unmöglich machen. Tatsächlich dürfte eine solche Stadtautobahn auch für Zehntausende von Anwohnern unzumutbar sein.

Andererseits wird in Verbindung mit der neuen

ben, die Im Rathaus aber nicht auf Gegenliebe stießen. Hat die Regierung ihre Meinung geändert? Der ADAC erwartet jedenfalls verbindliche Absichtserklärungen des. Senators.

Berliner Autobahn eine Autobahn im Norden bis zur Kieler Autobahn benötigt. Da taucht nun der Plan auf, außerhalb der Stadtgrenzen, etwa von Stapelfeld bis Norderstedt, eine leistungsfähige Schnellpiste anzulegen. Aber auch eine solche Autobahn würde für unzählige Bürger unerträgliche Lärmbelästigungen bringen. Genaue Pläne gibt es dazu bislang nicht.

Baumwall-Tunnel

Die wachsenden Schwierigkeiten im neuen Elbtunnel zwingen jetzt verstärkt zu Überlegungen, ob der Bau einer vierten Tunnelröhre realistisch ist. Die Fachleute sind dagegen, weil ja auch die Autobahn nördlich und südlich des Tunnels nur sechsspurig ist. Was sollte da wohl ein achtspuriger Tunnel?

Deshalb wird jetzt der dreißig Jahre alte Plan eines Baumwall-Elbtunnels wieder aktuell. Für serpentinenartige Zufahrten nördlich und südlich der Elbe ist der Raum bislang freigehalten. Ob so ein Tunnel nicht negative Nebenwirkungen hätte, erörtern zur Zeit die Experten.

Auf jeden Fall würde er der Innenstadt im Bereich der nördlichen Zufahrt erheblichen Mehrverkehr bringen, besonders durch Lastwagen. Genau das ist von Nachteil, wenn die City ? für Fußgänger attraktiver sein soll.

EGBERT A. HOFFMANN

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1978