Das Hamburger Abendblatt gratuliert:100 Jahre Hans Prang / Jubiläum in der Festhalle

Seine Destillierkünste machten ihn berühmt

Die feine Zunge und gute Nase hat er von seinem Vater geerbt. Beide Eigenschaften waren wichtig in der väterlichen Kaffee-Importfirma Jarchow & Co. am Sandtorkai, doch der Sohn Edgar Jarchow machten sie zu dem, was man in Hamburgs volkstümlich mit "Köm-König" umschreiben darf.

Ihm gehören genau 212 Gaststätten, von der hafennahen Köminsel bis zum piekfeinen Tanzpalast "Barberina" am Tor zur Reeperbahn. Edgar Jarchow müßte sich schon ins Fernsehturm- Restaurant setzen (dort ist er auch Kommanditist), um sein gastronomisches Reich überblicken zu können, und das gelänge ihm auch nur bei glasklarer Sicht.

Am 26. April feiert er nun das 100jährige Jubiläum seiner Firma. Sie ist buchstäblich

in aller Munde una sei es ais i-iaiig- Doppelkorn. Diese bekannte Spirituosenfabrik Hans Prang, 1948 von Edgar Jarchow erworben, entstand vor 100 Jahren aus der Schankwirtschaft und Destillation Emil Rave in Altona. Aus dieser Zeit scheint der Ausspruch ..Schnaps ist Schnaps" zu stammen, denn damals destillierten Wirte noch selbst.

Die strengen Monopolspritgesetze waren noch nicht erfunden, Markenartikel im heutigen Qualitätssinn selten. Erst Hans Prangs Destillierkunste machten seinen Namen zu einer "Marke". Ab 1902 firmierte er als "Weinhandlung und Destillation", die 1943 im Bombenhagel unterging.

Heute gehört die Firma mit rund 30 flüssigen Markenartikeln zu den führenden Spirituosenherstellern im norddeutschen Raum und ist Alleinhersteller des weltbekannten Aperitifs Campari für die Bundesrepublik. Das Mailänder Stammwerk sendet in Spezialbehältern die Originalkräuter nach Hamburg, wo man in Altona den feurigroten, würzigen "Bitter" komponiert, in Riesentanks lagert und stündlich auf 3000 Flaschen abfüllt.

Der Chef trinkt ihn selbst, am liebsten in seinem Heim "Buchenhof" am Jenischpark, Treffpunkt seiner beiden erwachsenen Söhne, des Theologen Rainer und des Werbekaufmanns Helmut, mit ihren jüngeren Geschwistern Carl-Edgar und Margarethe. Edgar Jarchow ist Witwer. Sein Hobby ist die Arbeit, seine Mußestunden verbringt er in seiner umfangreichen Bibliothek. Deutsche Geschichte ist sein zweites Steckenpferd. Um seine vielen Freunde und Mitarbeiter zu empfangen, hat er sich zur offiziellen ,.100-Jahrfeier Hans Prang" am 29. April die Festhalle in Planten un Blomen reservieren lassen.

GÜNTER NIEMEYER

Am 25. April feiert Dr. Robert Goldenring aus Appel über Buchholz, Haus Nr. 14, den 80. Geburtstag. Zu dem Ehrentage werden Vorstandsmitglieder des DLRG- Präsidiums und des Landesverbandes Hamburg erwartet. Dr. Goldenring hat sich jahrzehntelang, aV&to in der Deutschen

Lebens-Rettungs-Gesellschaft als Landesverbandsleiter und Geschäftsführer des DLRG-Präsidiums verdient gemacht. Jetzt ist er Hamburger DLRG- Ehrenvorsitzender. Während seiner aktiven Amtszeit als Studienrat an verschiedenen Hamburger Gymnasien wurden Dr. Goldenring viele Ehrungen zuteil. *

Den neunzigsten Geburtstag feiert am 25. April Auguste Muus aus Eppendorf, Martinistraße Nr. 20. Sie stammt aus einer alten Bauernfamilie in Schleswig-Holstein. Lange Jahre war sie als Krankenschwester in zwei Hamburger Kliniken tätig. Später arbeitete sie in der Fürsorge.

In ihrer Familie und bei Bekannten ist Auguste Muus wegen ihrer Hilfsbereitschaft und ihres Lebensoptimismus hoch geschätzt.

Im Kreise der Verwandten und Bekannten feiern die Eheleute Willi und Bertha Limberg (77 und 73 Jahre) aus Großhansdorf, Bargholt 26, morgen das Fest der Goldenen Hochzeit. Natürlich ist ihr einziger Sohn Werner Limberg, der Konsul, mit im Kreise der

Gratulanten.

Willi und Bertna i-amoerg sina seit 40 Jahren in Hamburg und waren mit Erfolg selbständige Geschäftsleute. Beide sind kerngesund, lieben ihren Garten in Schmalenbek, den leichten Bewegungssport und ? das Reisen.

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Geburtstag feiern am 25. April: Christine Nohr, Hamburg 61, Wählingsallee 4 (90 Jahre); Herr Menzel, Altona, Mistralstraße 5, (88); Emil Cröpelin, Hamburg 22, Ifflandstraße 62/B (84); Caroline Wöstenberg, Hamburg 70, Schweinfurthweg 7 (80); Maria Jestrzemski, Hamburg 62, Stockflethweg 186a (80); Käthe Hase, Barmbek, Morgensternsweg 2 (70).

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