Baumschule Lorenz von Ehren - Jobs, von Ehren Nachfolger morgen 100 Jahre alt

Von Nienstedten aus gehen Bäume in alle europäischen Länder

Man schrieb das Jahr 1865. Auf einem kleinen Gelände im Fischerdorf Nienstedten begann der 33 Jahre alte Gärtner Johannes von Ehren die ersten Obst- und Ziersträucher in der eigenen Baumschule zu ziehen. Er ließ es sich wohl kaum träumen, daß ein Jahrhundert später sein Betrieb ein bedeutendes Jubiläum feiern würde.

Am morgigen Mittwoch wird die "Baumschule Lorenz von Ehren ? Johs. von Ehren Nachfolger" an der Kanzleistraße 48 in Nienstedten 100 Jahre alt. Was einmal so bescheiden begann, hat sich in vier Generationen weltweit entwickelt.

Auf rund 15 Hektar der Baumschule werden heute in Spezialkulturen grö- ßere Bäume, Sträucher und Nadelgehölze, sogenannte Solitärs, gezogen, deren Käufer Landschaftsgärtner, Gartenbaubehörden, Wohnungsbaugesellschaften und private Pflanzenliebhaber im Inund Ausland sind. Die kostbaren und seltenen Solitärgehölze stehen in den "herrschaftlichen" Gärten der Eibgemeinden ebenso wie in allen Teilen der Bundesrepublik, in Schweden, Frankreich, Italien oder in der Schweiz.

Die bunte Firmengeschichte eines Jahrhunderts ist zugleich ein Stück Vergangenheit der Eibvororte zwischen Altona und Blankenese, In denen Holländer, Engländer sowie reiche Hamburger Kauf- und Handelsherren im 17. Jahrhundert rund um Villen und große Landhäuser ausgedehnte Parks anlegten. Bei dem berühmten schottischen Baumschuler James Booth, den Baron C. von Voght nach Klein Flottbek geholt hatte, lernte Johannes von Ehren seinerzeit das Gärtnerhandwerk. Bald kamen die ersten Privatkunden. Schon reichte das Startgelände am Nienstedtener Marktplatz nicht mehr aus, ein neues Grundstück an der heutigen Kanzleistraße wurde gekauft.

Um die Jahrhundertwende wurden die ersten großen Bäume verschickt. Eine echte Sensation war 1904 der erste Transport einer 40jährigen Hängebuche von Nienstedten nach Rissen. Zwei Pflanzenwagen, ein Vierspänner und ein ganzer Trupp besorgter Fachleute wurden für die kühne "Reise" des verästel-

ten Baumriesen eingesetzt. Heute verpflanzt die Baumschule ohne Mühe Solitärbäume bis zu 15 Meter Höhe und mit einem Stammdurchmesser von 50 Zentimetern mit Hilfe von Tiefladern und Kränen.

Immer prominenter wurde der Kundenkreis: Die Baumschule war schon vor dem ersten Weltkrieg Hoflieferant für England und Dänemark. 1908 gingen große Lieferungen an den Hof des Zaren nach Petersburg. 1914 folgte die Ernennung -zürn Königlich-Preußischen Hoflieferanten, 1931 zum Hoflieferanten für Alexander I. von Südslawien. Zahllos die Medaillen, Preise und Urkunden, die es für die Baumschule auf allen grö- ßeren Ausstellungen gab.

Heute "regiert" die dritte Generation: die Brüder Johannes und Lorenz von Ehren. Die vierte Generation ist bereits im Betrieb tätig: Lorenz von Ehren jun., der Urenkel des Gründers. Auch sein jüngerer Bruder Bernd ist Baumschüler, aber zur Zeit noch im Ausland zur Weiterbildung, bar.

*

Groß ist die Zahl der prominenten Schauspieler, die Paul Saubert aus Rothenburgsort, Marckmannstraße 128, schon ins "rechte Licht" "tsawsaspsjsfsssjsusj| gesetzt hat: von Adele Sandrock bis zu Hein- -^?f§| V rieh George und Hans AI- ? bers. Morgen feiert der W* ] Oberbeleuchter des 1 Deutschen Schauspiel- m hauses sein 40jähriges [^^Hp* jV Bühnenjubiläum. In die- H^Kj^J^f * sen Jahren hat er nicht M weniger als neun Inten- Paul s " aubert ' danten des Schauspielhauses kommen und gehen sehen und selbst über 16 000 Vorstellungen gehabt. Dabei bleibt leider keine Zeit, auch einmal privat andere Theater zu besuchen.

*

In geistiger und körperlicher Gesundheit vollendet heute der ehemalige Hamburger Malermeister Georg Pauser das 100. Lebensjahr. Herr Pauser, der früher in St. Georg, Ekhofstr. 22, wohnte, lebt heute im Propstei-Altersheim in Heide (Holstein).

*

Geburtstag feierte am 30. August: Marie Heyden, Wandsbek, Matt.-Claudius-Heim, Wandsbek, Kedenburgstraße (94 Jahre); am 31. August feiert: Dethloff Kühlsen, Eidelstedt, Torfweg 8d (72); am 1. September feiern: Willi Elson, Bramfeld, Buddenbrookweg 1 (86); Leo Szadkovsky, Altona, Lerchenstraße 21 (81); Berta Brüggmann, Rahlstedt, Am Pulverhof 6 (80); Alma Knaack, Barmbek, Tieloh 43 (80); Max Thiel, Hamburg 50, Friedensallee 95 (70).

Goldene Hochzeit feiern am 1. September: Albert Lindner und Frau Anna, geb. Bischoff, Altona, Schnellstraße 22.

*

Am 1. September ist Fräulein Elsa Sandmann, Barmbek, Fuhlsbüttler Straße 589, fünfzig Jahre als Angestellte in der Firma Jacob Volckerts, Haus- und Hypothekenmakler, tätig. Im Alter von nunmehr 78 Jahren erledigt die Jubilarin ihre Aufgaben in der Grundstücksverkaufsabteilung der Firma Volckerts geistig und körperlich so frisch wie weitaus jüngere Kolleginnen.

40jährlges Dienstjubiläum feiert am 1. September: Leopold Steinbügl, als Leiter der Speditionsabteilung der Firma Matzen & Timm, Hamburg 1, Mönckebergstraße 10.

*

25jähriges Dienstjubiläum feiern am 1. September: Leni Flügel, in der Theaterkasse Oscar Wichers, Hamburg 1, Steindamm 1; Hans Fuss, Harburg, Hoppenstedter Straße 38, bei der Firma Vidal & Sohn Tempo-Werk GmbH., Harburg; Peder Feder, Harburg, Asbeckstraße 13, als Zimm.-Hilfspolier bei der Firma Aug. Prien, Bauunternehmung, Harburg.

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.