Theater NOTIZEN

In der morgigen Vorstellung von "Streng geheim" im Thalia -Theater begeht Walter Klam (in der Rolle des Lesch) sein 40jähriges Bühnenjubiläum. (Zugleich feiert er an diesem Tage seinen 60. Geburtstag.) 40 Jahre sind vergangen, seit Professor Gregori seinem Schüler Walter Klam das erste Engagement am Berliner Rose-Theater verschaffte. Seit 27 Jahren ist der gebürtige Berliner nun bereits an Hamburger Bühnen tätig. Wir können Walter Klam nur alles Gute für die Zukunft wünschen ? und toi, toi, toi für seine nächste Rolle am Gerhart-Hauptmann- Platz, den Grafen Fontana, Syndikus am päpstlichen Hof zu Rom, in Hochhuths "Der Stellvertreter" (Premiere 17. Februar).

"Ich darf wieder Gedichte aufsagen!", so kommentiert Hans Sehweikart lachend das jüngste (und etwas ungewöhnliche) Angebot, das er erhielt. Das Münchner Goethe-Institut und der deutsche Kulturattache in Washington haben Sehweikart zu einer einmonatigen Tournee durch Kanada und die USA eingeladen, auf der er in elf Städten unter dem Titel "Die Freiheit in ier deutschen Dichtung" in deutscher Sprache Gedichte rezitieren soll. Der erste Vortragsabend ist am 25. Februar in Montreal. Sehweikart liegt deshalb sehr daran, seine Inszenierung der deutschen Erstaufführung von "Stephen Daedalus" im Deutschen Schauspielhaus spätestens zwischen dem 10. und 11. Februar unter Dach und Fach zu bringen. . ? *

Nach einem Besuch bei seinem Vater in Berlin war Hermann Prey am Mittwoch und Donnerstag zu wichtigen Besprechungen in Hamburg. Mehr dar- über wollte er noch nicht verraten. Seit seinem letzten Auftreten als "Julius Cäsar in der Bayerischen Staatsoper in München am 29. Dezember pausiert er bis zu einem Konzert in Paris. In der französischen Hauptstadt wird Prey am 3. Februar Schuberts "Winterreise" singen. Der frühere Wahl-Hamburger von der Spree ist jetzt Wahl-Bayer geworden. Gerade in diesen Tagen wurde sein neues Haus zwischen Starnberger See und Ammersee bezugsfertig.

Das Altonaer Theater will Jacques Devals "Keine Angst vor der Hölle? ' am 8. Februar als deutsche Erstaufführung herausbringen. Hans Fitze inszeniert das Stück. Anneliese Bontemps, deren Bühnenbild für ?Mein Sohn, der Herr Minister" soviel Beifall fand, wird es ausstatten.

Bei seinem ersten Hamburger Gastspiel mit dem Essener Fölkwang-Bal-

lett- Theater (Sonntag vormittag im Deutschen Schauspielhaus) wird Kurt Jooss ? wie schon gemeldet ? als Hauptereignis seine eigene Tanzschöpfung "Der grüne Tisch" (neben "Songs of Encounter" von Hoving, "Elegie" von Cüllig und "Sequence" von Cebon) zeigen. Dieses Werk wurde seit der Pariser Uraufführung 1932 vor Jahresfrist für die Essener Städtischen Bühnen zum erstenmal neu einstudiert und erregte beim letztjährigen "Theatre des Nations" in Paris Aufsehen. Viele internationale Festivals bemühen sich jetzt um Professor Jooss und sein Ensemble. Von Hamburg aus reist die Truppe jedoch erst einmal nach Schwerin, Ost-Berlin, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Weimar und Magdeburg. *

Im Künstlertheater bereitet Peter Thomas das Schauspiel "Zucker" des flämischen Dichters Hugo Claus für die Premiere am 24. Januar vor. Die einzige weibliche Rolle des Stücks übernahm Ingrid Stenn. die damit nach vielen, vielen Jahren zum erstenmal wieder in der Hansestadt auf der Bühne stehen wird. Nach ihrem dreimonatigen Gastspiel in Robert Musils "Vincenz und die Freundin bedeutender Männer" im Berliner Forum-Theater ist sie glücklich darüber, wieder einige Monate zu Hause sein zu können ? in Blankenese. bei ihrem dreijährigen Töchterchen Bianca und ihrem Mann Herbert A. E. Böhme.

Vor acht Jahren begann Elke Dockweiler ? gebürtige Hamburgerin und Schülerin von Eva Fiebig und Eduard Mark" ? ihre Bühnenlaufbahn im Theater im Zimmer als Soja in Arkadi T. Awertschenfcos "Die Sache mit Kasanzew". Im Theater im Zimmer wird sie morgen nach mehrjährigen Engagements in Gießen und Bielefeld in der Rolle eines kleptomanen Dienstmädchens in "Feine Herrschaften" von Peter Coke auch ihr Comeback inihrer Vaterstadt haben. Gerda Gmelin hat sie außerdem für die nächste Inszenierung, zwei Einakter von Jean Anouilh, verpflichtet

WILLI PAETSCH

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