Die Leinwand ist geduldig ? die Zuschauer auch?

Nacktheiten, Krieg, Jazz

strahlende Jungfriullchkelt des Leibes und der Seele, ihre Anfälligkeit, ihre sinkende, gesunkene und schließlich gefallene Moral wie auch das gesamte Instrumentarium, das diesen Endzustand herbeigeführt hat (Gier der Männer, Käuflichkeit der Liebe, Alkohol, Morphiumspritze, Exitus). Zu sehen ist femer der erhobene Zeigefinger, der daa alles ? nachdem es abendfüllend gezeigt wur-

"Liebe kann wie Gift sein": Hier ist zu sehen, wie eine Siebzehnjährige t- aus feinstem Hause ? systematisch zugrunde gerichtet wird. Es wird alles gezeigt und enthüllt: die Siebzehnjährige, ihre sprechenden Augen, ihre

de ? ausdrücklich verdammt Dieser Zeigefinger gehört dem Filmregisseur Veit Harlan. Er bietet hier ein" ganze Atelierwand "oll unbekleideter Damenbildnisse an (Gebrauchsanweisung ?nicht nackt, sondern ausgezogen"), darunter das des Mädchens Magdalehe, das vom nackten Modell des Modemalers zum Modell der nackten Harlanschen Halbwahrheiten herabsinkt Das ist dne ganze Menge, aber hoch nicht genug, um uns auch nur im geringsten die Haut zu ritzen: ein Machwerk von Niveau eines geistig un-' terbelichteten Aufklärungsfilms. War klart endlich einmal Herrn Harlan auf? (Barke) WMH

Jfatrt ? wie Gott sie sehnt ...**: Man muß nicht von allem haben wollen, das Ist ein alter Hut! Die Verantwortlichen /dieses Leinwandfabrikates wollten es: Dramatische. Spannung, erotische' Knalleffekte, Heimatfllm-Romantik und religiöse Erbauung, das ist zuviel. So also sieht man die lodenwebenden MöHche eines Gebirgsklosters im Kampfe mit den Männern eines Straßenbau-Lagers um eine' Wasserleitung, den Einbruch geldgieriger Weiber in die Zahltagsstimmung des Lagers, (mit strip- tease), den Ausbruch eines angehenden Priesters aus der Klosterzucht plus Liebesnöte eines schönen, braven, Jungen Mädchens, nebst anschließender seelischer Läuterung aller Beteiligten. Alles in Agfacolor. Es ist auch hart, mit anzusehen, wie sich Carl Wery und Paul Bösiger, Rik Battaglia und Jan Hendriks, Ellen Schwiers und viele andere mühen müssen. (Kurbel Jungfemstieg.) hen

"Die Letzten der zweiten Schwadron": Viel Blut muß fließen, bis hur noch zwei Männer dieser Einheit um die Jahrhundertwende übrigbleiben. Das alles, weil der Captain (Joe! MeCrea) von einem grenzenlosen Haß gegen jede Rothaut befallen ist ? Em reichlich schauriger Western zur Zeit der Apachenkriege. Dazu gehören schon starke Nerven, um das endlose Gemetzel ? selbst im Parkettsessel ? zu überleben. . -us.

Imperial; Blumenburg, Hanaen-Lsp,, Reiche, Radiant, Ca- "lno, Filmeck.

"Kampfflieger'': ?Ein amerikanisches Düsenjägergeschwader im Einsatz", das wäre der richtige Untertitel für diesen guten Kriegsfilm. Er spielt 1952 während des Korea- Krieges. >0hne die sonst meist ' unvermeidlichen Greuelszenen erzählt er vom hohen Lied der echten Kameradschaft ? Robert Mitchum als amerikanisches Flieger- As und die bezaubernde May Britt stehen im Mittelpunkt der Handlung. lo

Atlantik, Astoria, Braro- Theater, Delta, Europa, Holt, Holstein, Kuraaal, Rio, Rondeel, Spiegel, Stern.

"Jan in the movies": Jazz als Lebensäußerung der Jugend von heute ? das könnte man als Motto über diese Serie schreiben, die acht internationale Jazzfilme zusammenfaßt von denen fünf amerikanischer, zwei deutscher und einer italienischer Herkunft sind. Die Inhalte sind unwichtig, die Atmosphäre ist- alles. Außer 'dem deutschen Streifen "Jazz gestern und heute", der von Joachim E. Behrendt kommentiert wird, gibt es kaum Erläuterun- 'gen, die zur; ästhetischen oder musikgeschichtlichen Wertung des Jazz beitragen könnten. Aber die Bildkomposition von Melodie und Rhythmus, Mimik und Bewegung sagt mehr über Stimmung und Erlebnis aus, als Worte es vermögen, Ein Thema in. acht Variationen, gespielt gesungen, getanzt erlebt von Bessie Smith, Lotus Armstrong, Eearl Hines, Katherine Dunham und ihrVn Negerballett deutschen und italienischen Amateurbands. (Gondel.)

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"Stefanie": Von zwei großen Brüdern "erzogen" zu werden, die nicht ahnen, das Teenager schon erwachsene junge Mädchen sind, yor allem seelischen Beistand brau-/ chen ? das sind die Probleme, mit denen die elternlose Stefanie (Sabine Sin jen) nicht allein fertig wird. Kein Wunder, daß sie sich in den ersten Mann verliebt der sie ernst nimmt Aber die Komplikationen sind erheblich, da es sich um einen Casa- , nova großen Stils (Carlos Thompson) handelt den die Brüder nicht als Schwager akzeptieren. Steffis Temperament pustet jedoch alle Bedenken über den Haufen. ? Ein modemer Jungmädchenroman, burschikos und unsentimental, von Josef von Baky in Szene gesetzt (Ufa-Palast) s|L

"Anklage: Hochverrat": Hauptmann Hüll muß sich nach semer Rückkehr aus Korea vor einem Kriegsgericht verantworten. Ein harter Prozeß von erschütternder Sachlichkeit Ehler der besteh Filme, die seit 1945 aus den USA zu-uns kamen. Man wagt kaum zu atmen, so dicht ist die Atmosphäre, Paul Newman bestätigt sich als i em Schauspieler von" Rang. Ein Dokument der - Menschlichkeit inmitten der ' Kriegsmaschinerie mit ihren unerbittlichen Gesetzen. (Studio an der Binhenalster) H.M. "Die Pranke des Tigers": Sie schlägt mehrmals unerbittlich zu, ehe der Großwildjäger die menschenfressende Raubkatze nach mühevollen Jagden zur Strecke gebracht hat. Doch nicht nur der schlauen Bestie gilt der Kampf; ein anderer Feind ist viel hartnackiger: tue Liebe zur Frau eines Kriegskameraden. ,.B"gd*.. Themen- wurtlen4nd"M"|| : , einem jimtÄhaSSäisW- Ganzeh vesschmolzen, In den Hauptrollen routinierte Darsteller 'wie Stewart Oranger, Anthony Steel, ';,Satobara Rush (City). - , -us. ; "Dwr/:"*"*fer von Sing- Smg":'*toidolles Ding aus dem drjäpj&abinett Ein "zain TeÄfcehirteilter und ' hirigericatÄsT Verbrecher wird von eteem Arzt wieder zutat*- -tseben erweckt Ala unverletzbarer Unhold,, art ' <em Revolverkugeln, abprallen wieTautropfenj.macht er sich auf, um an den Mitganoven Rache zu nehmen. An -den" Film stimmt mehr nicht als nur der Gefängnis-' 3 name des Titeis. .(Kurbeln. Berliner Tor und Nobtstorj te

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