Nahverkehr: Wer hat welche Lösung?

Foto: Karlheinz Schindler/Christian Charisius/Daniel Bockwoldt/Daniel Reinhardt/Bodo Marks/Sven Hoppe/Marcus Brandt/dpa

Kaum ein Bereich ist so umstritten. Braucht Hamburg eine völlig neue Stadtbahn? Oder lieber eine weitere U-Bahn? Sollen die Busse weiter „beschleunigt“ werden? Sind Fahrradstraßen sinnvoll? Und was ist mit den P+R-Gebühren?

SPD

Die SPD lehnt die Stadtbahn als zusätzliches Verkehrsmittel ab und setzt stattdessen auf den Ausbau des U- und S-Bahnnetzes. Geplant sind neue S-Bahnstationen in Ottensen und an den Elbbrücken, die S 21-Verlängerung bis Kaltenkirchen, eine neue S 32 als Entlastung für S 3 und S 31, eine neue S 4 Richtung Ahrensburg und Bargteheide und eine komplett neue U 5 im Norden Hamburgs. An Busbeschleunigung und P+R-Gebühren hält sie fest, weitere Fahrradstraßen sind geplant.

CDU

Die CDU will das Busbeschleunigungsprogramm des Senats stoppen und die Busse mit Hilfe moderner Verkehrstechnik schneller machen. Stattdessen soll ein komplett neues Stadtbahn-Netz entstehen, das von Bramfeld und Steilshoop im Osten bis zu den Arenen im Westen reicht. Das ist laut CDU günstiger und schneller zu realisieren als neue U- und S-Bahnen. Die lehnt die CDU zwar nicht ab, fordert sie aber nicht konkret. Die P+RGebühren will sie abschaffen, Fahrradstraßen sieht sie kritisch.

Grüne

Die Grünen wollen Hamburg zur „Fahrradstadt“ machen: Mit mehr und besseren Radwegen, Fahrradschnellstraßen wie in Kopenhagen und mehr Stadtrad-Stationen soll der Fahrradanteil bis 2025 auf 25 Prozent verdoppelt werden. Auch die Grünen lehnen das Busbeschleunigungsprogramm des Senats ab und wollen stattdessen eine Stadtbahn bauen. P+R-Gebühren sehen sie kritisch, solange in umliegenden Wohngebieten umsonst geparkt werden kann.

Die Linke

Die Linke will den Schienennahverkehr in Hamburg ausbauen und erwähnt konkret die Projekte, die auch die SPD im Blick hat: S 21, S 4, S 32 sowie eine Anbindung von Steilshoop und Lurup. Darüber hinaus setzt sie sich aber auch für eine Stadtbahn ein und will Hamburg wie die Grünen zu einer fahrradgerechten Stadt nach dem Vorbild Kopenhagens oder Amsterdams machen. P+R-Gebühren sollen weg, die HVV-Preise gesenkt werden.

FDP

Die FDP fordert eine „gleichrangige Behandlung aller Verkehrsmittel“. Den Anteil des Autoverkehrs will sie „verringern“ durch bessere ÖPNV-Angebote, Radwege oder Carsharing. Großprojekte wie das Busbeschleunigungsprogramm, ein neues Stadtbahnnetz oder eine komplett neue U-Bahnlinie 5 lehnt sie ab. Stattdessen solle das bestehende U- und S-Bahnnetz ausgebaut werden, vor allem Richtung Steilshoop, Jenfeld und Volkspark. P+R-Gebühren sollen abgeschafft werden.

AfD

Die AfD fordert zwar einen „bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Ausbau der öffentlichen Nahverkehrssysteme“, legt sich aber nicht auf ein Verkehrsmittel fest: Ob U-Bahnen sinnvoller sind oder eine Stadtbahn – darüber sollen „Studien von Verkehrsfachleuten“ entscheiden. Die Busbeschleunigung, P+RGebühren, reine Fahrradstraßen und sonstige Sonderregeln für Radfahrer lehnt die AfD ab. Dennoch fordert sie ein „Instandsetzungs- und Ausbauprogramm“ für Radwege.