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Bridge&Tunnel: Eine Wiedergeburt der anderen Art

Um an Wiedergeburt zu glauben, muss man weder ein besonders religiöser noch ein esoterischer oder spiritueller Mensch sein. Eine Wiedergeburt kann auf ganz andere Art und Weise stattfinden und gleichzeitig mit großer Inspiration einhergehen. Das junge Fair Fashion Label Bridge&Tunnel hat seine Art von Wiedergeburt gefunden und verbessert damit sogar ein bisschen die Welt.

Es ist ein paar Jahre her, als Constanze und ihre Freundin Lotte eine Gemeinschaftswerkstatt für Mode- und Textildesigner in Hamburg-Wilhelmsburg gründeten. Ein Ort, an dem Chancen und Probleme eng beieinander liegen. Wilhelmsburg ist schließlich einerseits ein Stadtteil, in dem überproportional viele Langzeitarbeitslose zuhause sind, gleichzeitig aber auch ein sehr junger, internationaler Stadtteil, reich an Kulturen und Lebensentwürfen. Für die beiden Freundinnen ein Ort, der mehr Chancen als Probleme bereithält. Diese positive Denkweise sollte bald bestätigt werden.

Der Erweckungsmoment

Eines Tages hörten Constanze und Lotte von einem deutsch-türkischem Nähclub, der sich einmal wöchentlich in einer Moschee zum Nähen traf. Die beiden Freundinnen luden die Frauen spontan in ihre neugegründete Werkstatt ein. Als sie den Näherinnen bei ihrer Arbeit zusahen, kamen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. Fast alle anwesenden Frauen waren handwerklich wahnsinnig begabt und kreierten Kleidungsstücke, die für Begeisterung sorgten. Ausgefallene Kleider mit Stickereien oder Applikationen zeigten, wie groß die Liebe der Näherinnen zu ihrem Hobby war. Eine Ausbildung zur Schneiderin oder Näherin hatte aber keine der Teilnehmerinnen absolviert und schnell wurde Constanze und Lotte klar, dass die Frauen trotz ihrer besonderen Fähigkeiten seit vielen Jahren arbeitslos waren.

Designerstücke aus alten Lieblingsjeans

„In so einem Moment, wird einem mal wieder bewusst, was es überhaupt für ein großes Glück ist, Arbeit zu haben. Wer keine Arbeit hat, findet als Mensch leider häufig gar nicht mehr statt“, sagt Constanze heute. Dieser Erweckungsmoment war das Fundament für die folgende Geschäftsidee von Constanze und Lotte. Die beiden jungen Frauen wollten zeigen, welche Talente die Welt fernab von Zeugnissen bereithält. Diese Idee kombinierten die Jung-Unternehmerinnen mit dem Anspruch, nachhaltiges Design aus Textilien zu fertigen, die schon auf dem Markt sind, aber als abgeschrieben gelten. Bridge&Tunnel war geboren und seither schneidern begabte Näher und Näherinnen, wie sie damals im deutsch-türkischen Nähclub dabei waren, Designerstücke aus alten Lieblingsjeans. Einzigartige Blousons, Kissenbezüge oder Accessoires wie Reisetaschen oder Rucksäcke entstehen aus abgelegten Jeans, die somit ein zweites Leben erhalten. Es ist ihre Wiedergeburt.

Brücken bauen für ein besseres Leben

Doch Bridge&Tunnel ist noch mehr als das. Der Name für das Label entstand nicht einfach so. Brücken zu bauen, haben sich Constanze und Lotte auf die Fahne geschrieben. Mittlerweile beschäftigt das Fair Fashion Label zwölf Mitarbeiter aus sechs verschiedenen Ländern. Jeder von ihnen bringt gesellschaftliche Handicaps mit, weswegen sie oder er auf dem 1. Arbeitsmarkt nur schwer einen Job finden konnten – ob vermeintlich fehlende Qualifikation, eine Fluchtgeschichte, eine lange Arbeitslosigkeit oder aber ein physisches Handicap wie Gehörlosigkeit. Constanze und Lotte bauen jedem von ihnen eine Brücke in ein neues Leben und bieten ihnen Hilfestellungen bei Behördengängen, der Wohnungssuche oder beim Deutschlernen.

Mensch statt Maschine

Ihre Mitarbeiter wissen die gebauten Brücken zu schätzen und zahlen die Unterstützung mit Kreativität und Eifer zurück. So ist jedes Denim-Design ein Unikat – und das nicht nur buchstäblich, sondern wortwörtlich. Auf dem Waschetikett eines jeden Unikats vermerkt der Näher oder die Näherin, die die letzte Naht gemacht hat, ihren Namen. Das erinnert daran, dass die Produkte tatsächlich von Menschen und nicht von Maschinen gefertigt wurden. Jedes Stück zeugt von einzigartiger Individualität.

Aus den Materialresten, also den wiedergeborenen Lieblingsjeans, entstehen durch die Hände der talentierten Mitarbeiter hochwertige Accessoires wie Rucksäcke oder Weekender, einzigartige Interior Pieces wie Kissen oder Plaids und auch Fashion wie Pullis oder Blousons.

Wiedergeburt kann also so vieles mehr sein. Bei Bridge&Tunnel tut sie eines aber garantiert: sie verbessert ein kleines bisschen die Welt.

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Fotocredits: Katrin Arfmann (Interior), Olivia Lehman (Hipbag), Bridge&Tunnel