Druckertinte und Toner 28. September 2012 | test 10/2012

Sparen mit fremden Farben

Tinte und Toner von Drittanbietern im Test: Keiner druckt wie das Original.

Günstige Drucker, teure Tinte. Das ist das Geschäftsmodell der Druckeranbieter. Viele Verbraucher nutzen darum statt der teuren Originaltinten günstigere Produkte von Drittanbietern. Doch wie groß ist die Ersparnis wirklich? Und wie wirken sich Fremdtinten auf die Druckqualität aus? Die Stiftung Warentest hat Tintenpatronen für vier aktuelle Tintenstrahldrucker von Brother, Canon, Epson und HP getestet. Außerdem prüften die Tester Tonerkartuschen für zwei Laserdrucker von HP und Samsung. Ergebnis: Die Ersparnis variiert erheblich – zwischen 20 und 80 Prozent. Keines der Alternativprodukte erreicht die Qualität der Originale, doch einige kommen ihr recht nahe.

Wie viel welche Fremdtinte spart, lässt sich an den Patronenpreisen allein nicht ablesen. Denn unterschiedliche Druckerpatronen enthalten unterschiedlich viel Tinte. Um die Ersparnis zu ermitteln, drucken die Tester zunächst die Patronen leer. So erfahren sie, wie viele Seiten mit einer Patrone gedruckt werden können. Anhand der Patronenpreise lässt sich dann der Seitenpreis ermitteln – und damit die Ersparnis. Am geringsten fällt sie im aktuellen Tintentest bei den Pelikan-Patronen für Canon aus: Sie beträgt nur 30 Prozent. Die Canon-Tinte von Peach spart dagegen 80 Prozent – und druckt zudem in besserer Qualität! Auch beim HP-Drucker druckt Peach am günstigsten und am besten.

Im aktuellen Test erreicht keine der Fremdtinten die Druckqualität der Originalprodukte der jeweiligen Druckeranbieter. Doch die AgfaPhoto-Tinte für Brother, die Armor- und KMP-Tinte für Epson und die Peach-Tinte für HP kommen ihr immerhin recht nahe. Etliche andere zeigen dagegen Schwächen im Druckbild oder Probleme bei der Wisch-, Wasser- oder Lichtbeständigkeit.

Canon, Epson und HP statten ihre Druckerpatronen mit elektronischen Chips aus. Offiziell dienen sie der Füllstandskontrolle. Doch machen sie auch den Nachbau schwerer. Im Fall der neuesten Epson-Patronen brauchen die nachgebauten Chips offenbar eine eigene Spannungsversorgung: In sämtlichen Fremdpatronen für Epson fanden die Tester kleine Batterien. Problematisch: Jet Tec weist seine Nutzer überhaupt nicht auf die Batterie und ihre sachgemäße Entsorgung hin, KMP informiert nur auf dem Beipackzettel, nicht auf der Verpackung.

Erstmals im Test: Tonerkartuschen für zwei Laserdrucker. Auch hier erreicht keines der Alternativprodukte die Qualität der Originale. Der Pelikan-Toner für Samsung schafft immerhin sehr gute Textdrucke. Bei Grafiken und Fotos überzeugt er weniger. Außerdem bietet auch beim Toner Pelikan die geringste Ersparnis: Bei Farbdrucken auf dem HP-Laser sind es nur 20 Prozent. Am meisten spart der Samsung-Toner von Digital Revolution – doch liegt er qualitativ merklich hinter dem Originaltoner von Samsung. Ungewöhnlich: Sämtliche Fremdtoner für HP zeigen Probleme bei der Wischbeständigkeit. Der schwarze Toner lässt sich auch nach Wochen noch mit dem Finger verwischen.

Weitere Informationen: Zeitschrift test 10/2012 und www.test.de/druckerpatronen