Fahndung

Gesuchter Zwilling nach Einbruch ins Grüne Gewölbe gefasst

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Grünes Gewölbe- Kunstmäzen bietet wohl 1,3 Millionen Euro für Kronjuwelen

Grünes Gewölbe: Kunstmäzen bietet wohl 1,3 Millionen Euro für Kronjuwelen

Ein kürzlich veröffentlichtes Video zeigt den Privatdetektiven Josef Resch, der als Vermittler auftritt. Benjamin Jendro von der Polizeigewerkschaft sieht das kritisch.

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Nach dem Diebstahl im Grünen Gewölbe hat es in Berlin eine neue Festnahme gegeben. Die Polizei will am Dienstag Details bekanntgeben.

Berlin/Dresden. Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden einen der gesuchten Zwillinge aus dem Berliner Clan-Milieu gefasst. Der 21-Jährige sei in Berlin festgenommen worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Dresdner Polizei am Montagabend. Dabei soll es sich um Mohamed Remmo handeln. Sein Bruder Abdul Majed ist demnach noch flüchtig.

Ein Sprecher der Berliner Polizei bestätigte der „Berliner Morgenpost“ auf Anfrage eine Festnahme durch Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) an der Jahnstraße in Berlin-Neukölln, verwies aber auf die Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden, die die Ermittlungen in dem Fall führen.

Demnach wollte sich Mohamed Remmo dort mit einer Bekannten treffen und geriet dadurch in das Visier der Zivilfahnder. Weitere Details sollten am Dienstag bekanntgegeben werden. Lesen Sie auch: MDR wurde Schmuck aus Grünem Gewölbe zum Kauf angeboten

Spektakulärer Kriminalfall: Diebstahl im Grünen Gewölbe

Bei dem spektakulären Kriminalfall waren vor mehr als einem Jahr Kunstgegenstände von unschätzbarem Wert aus dem historischen Gebäude gestohlen worden.

Insgesamt sind fünf Haftbefehle erlassen worden. Drei der Haftbefehle wurden schon vollstreckt. Die jungen Männer im Alter von 23 und 26 Jahren aus dem selben Clan waren im November bei einer Großrazzia in Berlin festgenommen worden. Allerdings kam es dabei zu einer Panne: Die gesuchten Zwillinge konnten entkommen. Nach ihnen wurde mit Fotos und Namen gefahndet.

Internationale Fahndung nach weiteren Verdächtigen

Die Ermittler gehen insgesamt von sechs direkt an dem Diebstahl Beteiligten aus. Haftbefehle wurden offenbar aber nur gegen die fünf Männer erlassen, gegen die ein dringender Tatverdacht besteht. Die Staatsanwaltschaft schließt zudem nicht aus, dass noch weitere Personen ins Visier der Ermittler geraten.

Die arabischstämmige Großfamilie Remmo wird auch für andere große Straftaten verantwortlich gemacht. Dazu zählt der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. Dafür waren zwei Männer verurteilt worden.

Grünes Gewölbe: Spuren im Fluchtauto halfen Ermittlern

Die Auswertung von Überwachungskamera-Aufnahmen und die Untersuchung eines Fluchtautos haben die sächsische Polizei auf die Spur der Verdächtigen im Fall Grünes Gewölbe gebracht.

Am Tatort hätten die Kriminaltechniker wichtige Spuren gesichert. Weitere Hinweise habe die Polizei aus dem sichergestellten Fluchtauto erlangt, einem als Taxi getarnten Mercedes 500, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter sagte.

Schatzkammer: So prachtvoll ist das Grüne Gewölbe
Schatzkammer- So prachtvoll ist das Grüne Gewölbe

Am 25. November 2019 waren Diebe in die Schatzkammer von Sachsens Landeshauptstadt eingebrochen und hatten die Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen.

Wie ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft sagte, sollen die Einbrecher aus dem Dresdner Grünen Gewölbe mit einem PS-starken Wagen über die nahe gelegene Autobahn nach Berlin gerast sein. Das Fahrzeug in Taxi-Optik stand für die Flucht bereit. Die Diebe waren zunächst mit einem anderen Auto vom Tatort weg- und einige Kilometer durch die Elbestadt gefahren. In einer Tiefgarage am Stadtrand hatten sie dieses dann stehen lassen und in Brand gesteckt, ehe sie umstiegen.

Die Spuren bei den Ermittlungen zu dem spektakulären Diebstahl führten bereits vor Monaten nach Berlin. Schon im September hatte es Durchsuchungen in der Hauptstadt gegeben. Hier ging es möglicherweise um das Fluchtauto. Zuvor fand die Sonderkommission „Epaulette“ Beweismaterial in einem Neuköllner Internet-Café und einer Wohnung. Im März war ein Phantombild veröffentlicht worden.

(dpa/ba/jb/jas/afp)