Rebecca halbes Jahr vermisst: Mutter sucht auf eigene Faust

Rebecca aus Berlin wird weiter vermisst – so fahndet die Polizei nach ihr.

Rebecca aus Berlin wird weiter vermisst – so fahndet die Polizei nach ihr.

Foto: dpa/Polizei Berlin / BM

Rebecca Reusch aus Berlin wird immer noch vermisst. Die Familie glaubt, sie lebt noch. Die Mutter sucht auch ohne Polizei nach ihr.

Berlin. Es sind sechs Monate gewesen, voller Sorge, immer wieder Hoffnung, noch mehr Enttäuschung: Noch immer wird die Berlinerin Rebecca Reusch vermisst – sechs Monate lebt ihre Familie mit der Ungewissheit, ob die 15-Jährige noch lebt oder schon längst tot ist.

Aut der Streaming-Seite „TV Now“ ist nun eine neue Dokumentation veröffentlicht worden. „Wo ist Rebecca? Zwischen hoffen und bangen“ zeigt in 45 Minuten den unbefriedigenden Status Quo und wie Ermittler, Familie und Beobachter dort angekommen sind.

Vermisste Rebecca: Mutter Brigitte zwischen Vernunft und Gewissen

Brigitte Reusch, Mutter der Vermissten, kann mit der Ungewissheit nur schlecht leben – und berichtet in der Reportage aus ihrem nervenaufreibenden Alltag. Die Familie leide darunter, dass sie fortwährend beobachtet wird. Teils zehn bis 20 Mal klingele am Tag das Telefon: Scherzanrufe, Nachfragen, aber auch Menschen mit ominösen Hinweisen. Diese kann die Familie nur schwerlich ignorieren.

Die Mutter würde sich dann fragen, was passiere, wenn es doch ein wichtiger Tipp war, „wenn ich nicht hingehe und gucke. Für mein Gewissen schaue ich nach.“ So ist in dem 45-Minüter zu sehen, wie sie mit einer Schwester von Rebecca nach Rostock fährt. Wieder hatte sie einen Tipp bekommen. Wieder ist eine Suchmission erfolglos.

2300 Hinweise, keine Spur – aber der Fall kommt noch nicht zu den Akten

2300 Hinweise habe die Polizei inzwischen bekommen, berichtet eine Sprecherin der Berliner Polizei, allerdings nach wie vor kein entscheidender. Trotzdem sei der Fall Rebecca noch lange kein „Cold Case“, ein „kalter Fall“, wie man jene Vorgänge nennt, für die man sich keine Impulse mehr verspreche.

Mehrere Spuren hatte es gegeben, es wurden Wälder und Seen durchsucht, unter anderem führten die Ermittlungen zu Rebeccas Schwager, der von der Familie jedoch heftig verteidigt wird. Immer wieder geht die Dokumentation auf die Verhaftung des Mannes ein und die Zweifel an seiner Unschuld. Die allerdings so groß waren, dass er aus der Untersuchungshaft entlassen worden war.

Oder auch zu einer Person namens „Max oder Maxi“, zu der Rebecca kurz vor ihrem Verschwinden habe Kontakt gehabt, die sie aus dem Internet gekannt habe. Auch hier: Kein wirklicher Ermittlungserfolg für die Beamten.

Schwester Vivien Reusch: „Je mehr man erwartet, desto tiefer ist der Fall“

Schwester Vivien Reusch berichtet den TV-Kameras, dass sie in den Fällen, in denen es doch wieder neue Impulse gebe – wenn ihre Mutter glaubt, eine gemeinsame Reise nach Rostock aufgrund eines Hinweises würde sich lohnen –, die Erwartungshaltungen gering hält. „Je mehr man erwartet, desto tiefer ist der Fall.“

Die Reportage lässt die Zuschauer dieses Auf und Ab nachvollziehen. Allerdings lässt sie auch befürchten, dass die Familie noch häufig fallen wird – wenn sie nicht endlich Antworten bekommt. Für die Beobachter ist es ein mysteriöser Vermisstenfall mit vielen heftigen Spekulationen. Für Familie Reusch ist es ein Alptraum. Jeden einzelnen Tag.

Die Reportage ist auf „TV Now“ zu sehen. Erst vor wenigen Wochen hatte die Schwester von Rebecca Reusch bei Markus Lanz neue Fotos der Vermissten gezeigt. (ses)